04.02.2026, 22:41
Tabitha nickte nur langsam, »Ich bin mir sogar relativ sicher, dass ein wichtiger Teil fehlt.«, sagte sie schließlich leise und nahm das Telefon auf, um von Lautsprecher auf Hörer umzuschalten. Es machte nicht wirklich einen Unterschied, aber vertrauliche Dinge auf Lautsprecher zu besprechen fühlte sich selbst in ihrer eigenen Wohnung irgendwie seltsam an, selbst ohne Big Brother Technik.
»Aber ich weiß noch nicht, was es ist.«, sagte sie dann, »Ich…«, Tabs atmete tief durch und war nicht unglücklich, das Connor in diesem Moment die Dunkelheit hinter ihren Augen nicht direkt sehen konnte, auch wenn ihre Stimme durchaus einen Hauch von Sorge erahnen ließ, »Ich denke nicht, dass Junes Stiefvater der liebende konservative Familienvater ist, den die meisten Leute zu sehen scheinen… und ich mache mir Sorgen, dass es mehr Gründe gibt, warum sie vor ihm geflohen ist, als nur die Tatsache, das…«, sie zögerte einen Moment, »Er ein Arsch darüber war, wer sie ist.«, umschrieb sie dann so gut sie konnte, es gab Dinge über June, die sie nicht teilen würde, auch wenn sie Connor vertraute - jedenfalls nicht in so vielen Worten, »Jason und ich haben mit ihrer Familie gesprochen.«, sie schauderte leicht, »Und ich mag den Vibe nicht, den ich dort habe…«, gestand sie dann offen ein, »Aber was auch immer geschieht… das kann nirgendwo erwähnt werden, verstanden?«, sie legte Gewicht auf das letzte Wort, »Das letzte was ich der Anklage liefern kann ist ein Motiv.« - abgesehen davon waren es bis jetzt nur ihre eigenen düsteren Ängste und Befürchtungen - vielleicht ihre eigenen Alpträume.
Sie wollte Junes namenloser Freundin glauben, dass diese niemals jemanden hätte umbringen können - aber ihr war auch mehr als bewusst, dass alle Menschen, ausnahmslos, eine Grenze hatten - einen Punkt, ab dem sie zu allem fähig waren - um sich selbst zu schützen - oder andere. Sie kannte diesen Punkt, sie hatte eine Steinklinge in der Hand gehabt und sich nur geradeso davon abhalten können, auf die Einbrecher die in ihr zu Hause eingedrungen waren und ihr Angst gemacht haben anzugreifen. Angst. Zorn. Niemand von ihnen war wirklich immun dagegen. Selbst jemand wie June - so wenig sie selbst glaubte, dass die junge Frau jemandem ein Haar krümmen würde, wenn er ihr die Wahl ließ.
Tabs brauchte einen Moment um durchzuatmen. Noch was es nur eine Theorie. Sie hoffte für June, dass es eine andere Erklärung gab - denn ohne Beweise, wäre es noch nicht einmal eine Verteidigung. So wie das Image des MSPs gewesen war, würde es niemand glauben wollen. Manchmal war ihr Job ein Kampf gegen Windmühlen.
Sie hätte gehofft, dass Junes Freunde mehr wussten, was an diesem Abend geschehen war, aber das schien nicht der Fall zu sein - oder sie hatten es Connor nicht auf die Nase gebunden. Erwachsenen zu trauen war nichts, was Jugendlichen auf der Straße in der Natur lag. Wahrscheinlich hatte sie Glück, dass Connor überhaupt mehr wusste und ihr eine Chance gab - sie hatte grobe Ideen gehabt, wo sie anfangen konnte, mehr über Junes Leben auf der Straße herauszubekommen, aber so verschlossen wie diese Gruppen waren … sie konnte ausschließen, dass June mit einer der Gangs gelaufen war, mit denen sie selbst Kontakte hatte.
»Ich denke June versucht, ihre Freundinnen zu schützen.«, sagte sie schließlich, »Nicht nur vor dem, was ihr passiert, sondern allgemein.«, sie schüttelte den Kopf, »Ich kann es sogar verstehen. Ich an ihrer Stelle würde auch nicht darauf vertrauen, dass sie sie damit nicht ans Messer liefert. Ich wünschte mir, sie würde mir vollends vertrauen. Aber ich glaube nicht, dass sie das wirklich tut. Ich glaube sie hat gelernt, vor erwachsenen Angst zu haben… und ich muss mir erst erarbeiten, dass ich anders bin.«, sie sah zur Seite. So wie June sich gab war entweder etwas extrem schlimmes mit ihr passiert - oder sie beschützte jemand anderen bis zur selbstaufgabe… oder beides.
»Wie sicher bist du, dass ihre Freundin dort nicht involviert war?«, sie wollte das nicht fragen, aber sie wollte ein Gefühl dafür bekommen, woran sie hier war. Ihre erste Pflicht galt June, »Ich denke, es wäre wirklich wichtig, dass sie mit mir sprechen.«, sagte sie dann, »Selbst wenn niemand von ihnen als Zeugen aussagen kann. Ich muss ein Gefühl bekommen, wer alles involviert ist …«, und sie musste herausfinden, was June ihr nicht sagte - oder zumindest eine bessere Idee bekommen.
»Besuchsmöglichkeiten…«, Tabs seufzte leise, »Nicht einfach. Schon gar nicht ohne Überwachung. Ein Grund für Untersuchungshaft ist zu verhindern, dass sie sich mit Leuten absprechen kann - Zeugen beeinflussen oder Dinge verschwinden lassen. Wer auch immer sie besuchen will, würde vermutlich einem Background Check unterzogen - und würde zumindest mit Interesse bedacht… man spielt aktuell ziemlich hard Ball mit ihr. Und außer mir kann sie niemand sehen, ohne dass alles aufgezeichnet wird.«, sie zögerte einen Moment, »Auf der anderen Seite braucht sie definitiv Zuspruch…«, sie konnte Connor nicht sagen, dass eine der ersten Dinge, die sie gemacht hatte war, June auf Suicide Watch setzen zu lassen, weil sie sich ernsthafte Sorgen um den geistigen Zustand der jungen Frau machte - was der andere Grund war, warum sie ihre Kontakte Cornton Vale gebeten hatte, ein Auge auf sie zu haben - aber sie war schon an der Grenze dessen, was sie sagen konnte - und hätte jemandem, dem sie weniger vertraute vermutlich nicht halb so viel erzählt.
»Ich kann ihr zumindest Nachrichten überbringen.«, bot sie schließlich an. Ihre Aktentasche war von Durchsuchung ausgenommen, zumindest solange sich nur Papiere darin befanden. Es war die beste Idee, die sie hatte, »Aber ich bin so offen, dass ich alles lesen werde, was ich ihr bringe.«, ergänzte sie dann - solange sie nicht wusste, wer Junes Freunde waren, war sie aus Prinzip vorsichtig. Es gab eine Menge Möglichkeiten, was der Teil war, den sie noch nicht verstand - und auch wenn die Freundin, die Connor getroffen zu haben schien, sein Vertrauen geweckt zu haben schien, wusste man nie, wer sonst noch dort war.
»Aber ich weiß noch nicht, was es ist.«, sagte sie dann, »Ich…«, Tabs atmete tief durch und war nicht unglücklich, das Connor in diesem Moment die Dunkelheit hinter ihren Augen nicht direkt sehen konnte, auch wenn ihre Stimme durchaus einen Hauch von Sorge erahnen ließ, »Ich denke nicht, dass Junes Stiefvater der liebende konservative Familienvater ist, den die meisten Leute zu sehen scheinen… und ich mache mir Sorgen, dass es mehr Gründe gibt, warum sie vor ihm geflohen ist, als nur die Tatsache, das…«, sie zögerte einen Moment, »Er ein Arsch darüber war, wer sie ist.«, umschrieb sie dann so gut sie konnte, es gab Dinge über June, die sie nicht teilen würde, auch wenn sie Connor vertraute - jedenfalls nicht in so vielen Worten, »Jason und ich haben mit ihrer Familie gesprochen.«, sie schauderte leicht, »Und ich mag den Vibe nicht, den ich dort habe…«, gestand sie dann offen ein, »Aber was auch immer geschieht… das kann nirgendwo erwähnt werden, verstanden?«, sie legte Gewicht auf das letzte Wort, »Das letzte was ich der Anklage liefern kann ist ein Motiv.« - abgesehen davon waren es bis jetzt nur ihre eigenen düsteren Ängste und Befürchtungen - vielleicht ihre eigenen Alpträume.
Sie wollte Junes namenloser Freundin glauben, dass diese niemals jemanden hätte umbringen können - aber ihr war auch mehr als bewusst, dass alle Menschen, ausnahmslos, eine Grenze hatten - einen Punkt, ab dem sie zu allem fähig waren - um sich selbst zu schützen - oder andere. Sie kannte diesen Punkt, sie hatte eine Steinklinge in der Hand gehabt und sich nur geradeso davon abhalten können, auf die Einbrecher die in ihr zu Hause eingedrungen waren und ihr Angst gemacht haben anzugreifen. Angst. Zorn. Niemand von ihnen war wirklich immun dagegen. Selbst jemand wie June - so wenig sie selbst glaubte, dass die junge Frau jemandem ein Haar krümmen würde, wenn er ihr die Wahl ließ.
Tabs brauchte einen Moment um durchzuatmen. Noch was es nur eine Theorie. Sie hoffte für June, dass es eine andere Erklärung gab - denn ohne Beweise, wäre es noch nicht einmal eine Verteidigung. So wie das Image des MSPs gewesen war, würde es niemand glauben wollen. Manchmal war ihr Job ein Kampf gegen Windmühlen.
Sie hätte gehofft, dass Junes Freunde mehr wussten, was an diesem Abend geschehen war, aber das schien nicht der Fall zu sein - oder sie hatten es Connor nicht auf die Nase gebunden. Erwachsenen zu trauen war nichts, was Jugendlichen auf der Straße in der Natur lag. Wahrscheinlich hatte sie Glück, dass Connor überhaupt mehr wusste und ihr eine Chance gab - sie hatte grobe Ideen gehabt, wo sie anfangen konnte, mehr über Junes Leben auf der Straße herauszubekommen, aber so verschlossen wie diese Gruppen waren … sie konnte ausschließen, dass June mit einer der Gangs gelaufen war, mit denen sie selbst Kontakte hatte.
»Ich denke June versucht, ihre Freundinnen zu schützen.«, sagte sie schließlich, »Nicht nur vor dem, was ihr passiert, sondern allgemein.«, sie schüttelte den Kopf, »Ich kann es sogar verstehen. Ich an ihrer Stelle würde auch nicht darauf vertrauen, dass sie sie damit nicht ans Messer liefert. Ich wünschte mir, sie würde mir vollends vertrauen. Aber ich glaube nicht, dass sie das wirklich tut. Ich glaube sie hat gelernt, vor erwachsenen Angst zu haben… und ich muss mir erst erarbeiten, dass ich anders bin.«, sie sah zur Seite. So wie June sich gab war entweder etwas extrem schlimmes mit ihr passiert - oder sie beschützte jemand anderen bis zur selbstaufgabe… oder beides.
»Wie sicher bist du, dass ihre Freundin dort nicht involviert war?«, sie wollte das nicht fragen, aber sie wollte ein Gefühl dafür bekommen, woran sie hier war. Ihre erste Pflicht galt June, »Ich denke, es wäre wirklich wichtig, dass sie mit mir sprechen.«, sagte sie dann, »Selbst wenn niemand von ihnen als Zeugen aussagen kann. Ich muss ein Gefühl bekommen, wer alles involviert ist …«, und sie musste herausfinden, was June ihr nicht sagte - oder zumindest eine bessere Idee bekommen.
»Besuchsmöglichkeiten…«, Tabs seufzte leise, »Nicht einfach. Schon gar nicht ohne Überwachung. Ein Grund für Untersuchungshaft ist zu verhindern, dass sie sich mit Leuten absprechen kann - Zeugen beeinflussen oder Dinge verschwinden lassen. Wer auch immer sie besuchen will, würde vermutlich einem Background Check unterzogen - und würde zumindest mit Interesse bedacht… man spielt aktuell ziemlich hard Ball mit ihr. Und außer mir kann sie niemand sehen, ohne dass alles aufgezeichnet wird.«, sie zögerte einen Moment, »Auf der anderen Seite braucht sie definitiv Zuspruch…«, sie konnte Connor nicht sagen, dass eine der ersten Dinge, die sie gemacht hatte war, June auf Suicide Watch setzen zu lassen, weil sie sich ernsthafte Sorgen um den geistigen Zustand der jungen Frau machte - was der andere Grund war, warum sie ihre Kontakte Cornton Vale gebeten hatte, ein Auge auf sie zu haben - aber sie war schon an der Grenze dessen, was sie sagen konnte - und hätte jemandem, dem sie weniger vertraute vermutlich nicht halb so viel erzählt.
»Ich kann ihr zumindest Nachrichten überbringen.«, bot sie schließlich an. Ihre Aktentasche war von Durchsuchung ausgenommen, zumindest solange sich nur Papiere darin befanden. Es war die beste Idee, die sie hatte, »Aber ich bin so offen, dass ich alles lesen werde, was ich ihr bringe.«, ergänzte sie dann - solange sie nicht wusste, wer Junes Freunde waren, war sie aus Prinzip vorsichtig. Es gab eine Menge Möglichkeiten, was der Teil war, den sie noch nicht verstand - und auch wenn die Freundin, die Connor getroffen zu haben schien, sein Vertrauen geweckt zu haben schien, wusste man nie, wer sonst noch dort war.

