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Mitternachtsblau
Welcome!
Willkommen in Edinburgh!
Wir sind ein
Urban Fantasy RPG
, das im Jahr 2020 in Edinburgh, Schottland spielt. Hier geht's um Konflikte und Bündnisse zwischen einer alchemistischen Geheimgesellschaft und Vampiren, um die Suche nach Elementaren und einer in Vergessenheit geratenen Form von Magie. Das alles findet abseits des Alltags und in Unwissenheit der normalen Bürger Edinburghs statt. Wer von ihnen wagt einen Blick in eine Welt voller Magie und dunkler Geheimnisse?
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The Scotsman


Do you know something about June?
Or what we can do about this?
Szenen-Informationen
Charaktere Connor Gardner » Tabitha McAllister
Datum 01.04.2020
Ort via Telefon
Tageszeit abends/spätabends
#1  
Nachdem Connor wieder Zuhause war, beschloss er, sein Glück bei Tabitha noch direkt zu versuchen und klingelte bei ihr durch. Sollte es gerade nicht passen, könnte er ihr dann ja immer noch schreiben, dass sie am nächsten Tag oder so mal reden mussten. Er wollte ihr auch echt nicht noch mehr aufladen, es war ja nun alles wirklich turbulent genug gewesen, aber er hatte Faith eben jetzt versprochen zumindest mal herauszufinden, was möglich war, und das wollte er dann jetzt auch tun.

„Hey, Connor hier.“

Nicht, dass sie das nicht schon am Display gesehen hätte. Aber es war ja schon mal ein gutes Zeichen, dass sie überhaupt abhob!

„Ich wollte kurz was mit dir bequatschen. Aber erst mal: wie geht es dir?“

Um sie hatte er sich die letzte Zeit ja nun auch genügend Sorgen machen müssen und natürlich interessierte ihn, wie es ihr inzwischen nach dem Überfall so ging. Und ob sie vielleicht sogar schon etwas Neues diesbezüglich wusste. Irgendwie brannte es aktuell gefühlt echt an jeder Ecke.
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#2  
»Ladies and Gentleman of the Jury.«, erklärte Tabs ruhig und entspannt und machte einige Schritte in den offenen mittleren Teil des Raumes hinein, »Sie haben die Argumente der Krone gehört.«, stellte sie dann mit einer offenen Geste fest, »Mein gelernter Freund hier, möchte ihnen allen glauben machen, Marie sei ein kriminelles Mastermind.«, die rothaarige ließ ein wohldosiertes Lachen erklingen und schüttelte dann den Kopf, bei dem Gedanken, »Ich denke jedoch …«, Tabs hielt inne und schüttelte den Kopf, machte einen halben Schritt zurück, »Marie ist kein kriminelles Mastermind. Sie haben Zeugen gehört, die beschreiben, wie sie aufgewachsen ist … eine Wohngruppe…«, Tabs brach ab, »Fuck.«, sagte sie dann leise.

Die Zimmerpflanze, gegenüber der sie das Plädoyer in ihrem Wohnzimmer gehalten hatte wirkte nicht beeindruckt, »Dir ist klar, dass das Mädchen kein Mastermind ist, oder Lisa?«, fragte Tabs die Zimmerfplanze, »Ich sollte dich als Zeugin aufrufen.«

Tabs atmete tief durch, »Ladies and Gentle…«, sie hatte es gerade geschafft, neu anzusetzen, als ihr Telefon auf dem Tisch zu klingeln begann. Ablenkung. Yeah. Sie brach ab und war mit zwei Schritten beim Wohnzimmertisch, wo neben ihrem Telefon eine große Schüssel Cookie-Dough Eis stand. Plädoyers waren definitiv Eis-Probleme - zumindest, während sie sie übte.

Die junge Advokatin sammelte das Telefon vom Tisch an und runzelte die Stirn. Connors Nummer. Normalerweise wäre sie erleichtert gewesen - aber Ryleigh war immer noch im Krankenhaus - ein Anruf am späten Abend … war also auch bei Connor potentiell ein Grund zur Sorge.

Tabs ließ sich aufs Sofa fallen und nahm das Gespräch auf Lautsprecher an, »Hey Connor. Alles Okay?«, fragte sie dann und man konnte die Sorge durchaus heraushören.

„Hey, Connor hier.“

Tabs atmete auf, Connor klang nicht gestresst - sie war bereit, das als gutes Zeichen zu nehmen. Nach einem kurzen entschuldigenden Blick zu ihrer Zimmerfplanze griff sie nach ihrem Eisbecher.

»Was kann ich für dich tun?«, wollte sie dann wissen.

„Ich wollte kurz was mit dir bequatschen. Aber erst mal: wie geht es dir?“

Oh. Die anderen machten sich immer noch Sorgen um sie. Vielleicht … nicht zu unrecht. Der Überfall war für sie alle schwer zu verkraften gewesen - dazu kam Rys Situation - und die Tatsache, dass sie zugegeben hatte, fast die Kontrolle verloren zu haben.

»Ich versuche meine Zimmerpflanze davon zu überzeugen, dass meine Mandantin nicht der nächste Professor Moriarty ist.«, fasste sie zusammen und lachte kurz, »Nein … im Ernst … es … es ist okay.«, sagte sie dann leiser, »Ich hab zu viel zu tun, um…«, sie machte eine offene Geste mit dem Eislöffel die er offensichtlicher Weise nicht sehen konnte, »Und ich hab Dinge auf die ich mich freuen kann.«, TJ1 am Wochenende wieder zu sehen zum Beispiel.



1) Theia Athanasiou
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#3  
Connor wurde erst in dem Moment klar, dass sein Anruf auch ganz andere Assoziationen wecken konnte. Mist.

„Soweit, zumindest ist alles beim Alten, ja“, sagte er sofort, auch wenn er das im Grunde dann schnell wieder revidieren musste und ein „in Natu-Hinsicht zumindest“, hinterherschob, denn an anderer Front war die Sache gerade ja auch alles andere als gut.
Aber dazu würde er dann noch kommen, nachdem er sich erst mal nach Tabithas Wohlergeben erkundigt hatte.

„Wieder ganz auf die Arbeit konzentriert also?“, schlussfolgerte er bei ihrer Antwort. „Ich bin sicher, deine Zimmerpflanze ist bereits absolut überzeugt!“ Irgendwie beruhigte es ihn jedenfalls, dass sie sich zumindest ins Tun stürzte und nicht apathisch Zuhause saß und die Wände anstarrte. Er würde es genauso halten.
„Schluck nur trotzdem nicht zu viel einfach runter“, musste er deshalb auch warnen. „Ablenkung ist gut, genauso dich auf schöne Dinge zu freuen.“ Seine Stimme wurde etwas witzelnder. „Auf unser kleines Projekt zum Beispiel, hm?“ Von dem sie ja alle nicht ahnten, dass das noch ganz anders laufen würde als geplant …

„Apropos genug zu tun … hängst du zufällig in einem Fall drin, bei dem es um ein junges Mädchen namens June geht, das jemanden ermordet haben soll?“ Nicht gerade die subtilste Nachfrage, aber wenn er hier etwas erreichen wollte, musste er eben auch offen kommunizieren. Und zumindest bei Tabitha richtete er damit ja keinen Schaden an, denn für den Moment war es noch schlicht eine Frage. Auch wenn ihm klar war, dass das wiederum Gegenfragen nach sich ziehen würde.
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#4  
»Oh, du weißt, wie es ist … Leute beschmieren Wände und werden verklagt … Leute zerstechen Reifen und werden verklagt … Leute klauen ein paar Kondome … und werden für das nächste kriminelle Mastermind gehalten… Ich kann mich nicht darüber beschweren, dass mir die Arbeit ausgeht.«, sie schüttelte den Kopf, »Bin mir sicher, das wird die nächste Purple Notice bei Interpol. Verschämtes Verhalten von Teenagern im Umgang mit Tabuthemen. Man ist da was ganz Großem auf der Spur - die Queen wird sich jeden Moment einschalten müssen. Sonderkommissionen. Internationale Task Forces. Das ganze Programm«, die zierliche Advokatin klang ausgesprochen zynisch.

»Klar, dass man sich bei solch gewichtigen Dingen nicht um so ein bisschen Kleinkram wie Ölverschmutzung kümmern kann… große Konzerne sind schließlich einfach viel zu kleine Fische.«, die junge Schottin rollte mit den Augen, »Wie du siehst - besteht nicht viel Gefahr, dass ich zu viel herunterschlucke.«, sie lachte etwas selbstironisch - Tabs war jemand, die ihr Herz oft genug auf der Zunge mit sich herumtrug, »Und ja, ich freue mich aufs Wochenende…«, sie war ganz froh, dass sie ohne Bildverbindung waren, weil sie vielleicht ein ganz kleines bisschen rot um die Ohren geworden war. Sie mochte TJ wirklich gerne, auch wenn sie sie noch nicht oft gesehen hatte - und hoffte, dass sie bei etwas dabei zu haben, was ihr selbst sehr wichtig war … etwas sagte. Irgendwie. Weil sie zu schüchtern war, um es selbst zu sagen.

„Apropos genug zu tun … hängst du zufällig in einem Fall drin, bei dem es um ein junges Mädchen namens June geht, das jemanden ermordet haben soll?“

Tabitha straffte sich automatisch, als der Name fiel - und fragte sich sofort, woher Connor das wusste. War etwas an die Presse gegangen? Der Fall war definitiv high-profile genug, dass die Presse wie die Geier um alles was damit zu tun hatte kreiste - aber bis jetzt hatte sie es geschafft, zu blockieren, dass der Name rausgegangen war - und hatte noch Hoffnung, dass man June als Jugendliche behandeln würde, »Lass uns davon ausgehen, dass ich eine Mandantin habe, die auf diesen Namen hört.«, sagte sie nach einem kurzen Moment des Zögerns, »Warum fragst du? Und was hast du gehört?«

Wenn etwas an die Presse gegangen war, musste ihr Plädoyer vor Lisa warten und sie musste versuchen, den Schaden unter Kontrolle zu bringen.
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#5  
Tatsächlich klang das alles weitaus weniger dramatisch als die Sache, auf die Connor sie heute anzusprechen gedachte. Aber gut, er selbst würde wohl selbst ein Reifenzerstechen niemals verstehen. Wieso schadeten Menschen einander so aktiv? Das war ein Rätsel, das er wohl nie ergründen würde und in das er auch gar nicht allzu tief eintauchen sollte. Da war es doch gesünder, sich auf die positiven Aspekte zu konzentrieren. Oder seine Art die Dinge zu sehen zumindest dazu zu nutzen, denen zu helfen, die Beistand brauchten.
„Dir wird also zumindest nicht langweilig“, hielt er fest. „Und falls du mit der Queen sprichst, grüß sie mal von mir.“ Zynismus mit Humor zu beantworten war eine seiner Kernkompetenzen.
„Gut“, sagte er dann wieder ernster, denn natürlich beruhigte es ihn, dass sie eben nichts runterschluckte, sondern bereit war, sich auszukotzen. Das war definitiv viel wert. „Ich freue mich auch aufs Wochenende.“ Das wurde hoffentlich endlich mal wieder eine etwas entspanntere Angelegenheit.

Auch wenn vorher noch ein etwas drängenderes Thema anstand. Zu dem Connor nun auch ein paar Fragen beantworten musste. Aber das war in Ordnung, denn Tabs‘ Reaktion verriet schon, dass er ins Schwarze getroffen hatte.
„Zum Glück bist du’s!“, hielt er zunächst fest und klang auch erleichtert dabei. Das machte es so viel einfacher. „Von einer ihrer Freundinnen“, begann er dann. „Ich weiß nicht, wie viel du schon weißt und was June so über ihre Wohngegend erzählt hat, aber ich bin da im Bilde und helfe ihnen ein bisschen.“ Was Tabitha nun überhaupt nicht überraschen sollte, sie kannte ihn ja. „Und eigentlich bin ich seit einer Weile mit jemandem befreundet, der ihnen auch hilft. Aber der ist verschwunden. Ich habe dort nach ihm gefragt und im Zuge dessen von Junes Problem erfahren.“ Nun konnte er ein Seufzen nicht mehr unterdrücken. „Warum ich frage, liegt wohl auf der Hand: ich möchte helfen. Wenn ich irgendwie kann. Und ihre Freundin wissen, wie es um June steht. Was genau man ihr vorwirft und was da los gewesen ist. Sie sagt, June kann niemanden umgebracht haben … kann da noch etwas anderes im Busch sein?“

Natürlich war Connor durchaus klar, dass er damit jetzt auch Tabs in eine ungute Lage brachte. Immerhin würde sie kaum munter über ihre Mandanten plaudern dürfen. Aber was sollte er sonst tun? Sie war die logische Anlaufstelle für ihn. Und wenn es ihm vielleicht sogar gelang, eine Connection zwischen den Hafenkids und einer aufrichtigen Juristin zu verstärken, konnte das ja auch nur von Nutzen für die jungen Leute sein. Und ja, vielleicht nahm er sich hier zu viel vor und mischte sich in Dinge ein, die ihn nichts angingen, aber das Wegsehen lag ihm eben nicht und konnte es so viel schlimmer als die ganzen sonstigen Probleme sein? In irgendeinem Schlamassel steckte man doch immer zumindest mit einem Fuß irgendwie. Zumindest war das der Eindruck, den Connor aktuell gewann, wenn man bedachte, was aktuell alles so passierte.
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#6  
Tabitha lachte leise, »Ich richte ihr aus, dass du Hi gesagt hast, wenn sich die Gelegenheit ergeben sollte.«, die junge Schottin war weit davon entfernt, Royalistin zu sein, aber sie hatte Respekt vor der Queen als Person - und sie hätte nicht mit ihr tauschen wollen.

Sie ließ sich tiefer ins Sofa sinken und nahm das Telefon in die Hand. Das klang alles ausgesprochen verworren - aber alles an Junes Fall war verworren - die Art, wie der Fall verfolgt wurde, die Fakten an sich, die Tatsache, dass sie immer noch überzeugt war, dass June ihr nicht die ganze Wahrheit anvertraut hatte - die Art und Weise, wie die Fakten sich zusammen fügte - die Art und Weise, wie die Familie reagierte - Leute, die Tabs mehr als klar machten, warum June von zu Hause fortgelaufen war. Vermutlich wäre sie es ebenfalls. Sie wusste bereits, das June auf der Straße gewohnt hatte - die Erkenntnis, dass sich außer Connor noch irgendwelche Unbekannten dort einbrachten, beunruhigte sie aber nicht wirklich besonders. Sicher, es gab gute Seelen und Menschen die helfen wollten, überall - aber sie hatte mit genug Mandantinnen aus dem Umfeld gesprochen um zu wissen, dass es nicht die Mehrheit war.

Tabs seufzte leise und überlegte, was sie Connor sagen konnte - was June vielleicht sogar helfen konnte. Gegen die Presse zu kämpfen war immer ein Kampf gegen Windmühlen - bis jetzt hatte noch niemand ein großes Profil über die junge Frau veröffentlicht, aber das bedeutete nicht, dass niemand daran arbeitete - nach der initialen Festnahme war der Fall gerade präsent, aber der beginn der Verhandlung würde alles noch einmal richtig aufwühlen.

»Ich kann dir nicht alles sagen.«, gab sie zurück, nachdem sie nachgedacht hatte, »June ist aktuell in Untersuchungshaft. Es geht ihr … den Umständen entsprechend. Ich sehe sie einigermaßen regelmäßig und ich kenne einige ihrer Mitinsassinnen … anderweitig.«, es war schwer Connor zu sagen, dass Junes Freundinnen sich keine Sorgen machen mussten, »Die Anklage lautet Mord ersten Grades.«, Tabs klang leicht rau. Es war eine Einschüchterungstaktik - ein Versuch, June zu einem Deal zu bewegen - aber es war auch eine reelle Gefahr, egal wie absurd es erschien, dass June ihren Stiefvater bewusst in eine Falle gelockt und umgebracht hatte.

»Wir haben aktuell noch keinen Gerichtstermin, aber ich nehme an, der erste Verhandlungstag wird in ein paar Wochen sein. Die Anklage behandelt alles als relativ klaren Fall.«, sie seufzte, »Wenn du helfen willst… was ich wirklich begrüßen würde, weil June gar nicht zu viele Leute auf ihrer Seite haben kann … hilf mir dabei mehr über sie auf der Straße herauszufinden. Die Anklage wird sie als Ausreißerin hinstellen… als Gesetzlose. Als jemand die ihren Stiefvater umbringen würde.«, Tabs atmete einmal tief durch, »Ich weiß, das da mehr ist… aber ich muss es nicht nur beweisen können, ich muss eine Jury davon überzeugen.«

»Wenn es irgendwie möglich wäre, mit ihren Freundinnen zu sprechen…«, stellte sie dann in den Raum, »Ich weiß, dass sie eine Person ist. Aber die Jury sieht einen hart arbeitenden Familienvater auf der einen Seite, und eine queere junge Frau, die stiehlt und Drogen nimmer auf der anderen… es geht hier nicht nur darum, was passiert ist… es geht darum, ob sie sie als Mensch verstehen, oder als Monster.«
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#7  
Connor stimmte in das Lachen mit ein. „Gut. Vielleicht photographiere ich dann ja irgendwann mal ihre Auftritte.“ Nicht, dass er daran glaubte, aber hey, man würde ja wohl noch träumen dürfen.

„Das dachte ich mir schon“, erwiderte Connor mit einem leisen Seufzen. Natürlich konnte sie das nicht. Immerhin dürfte er sich wahrscheinlich nicht einmal einmischen. Was ihn nicht davon abhielt, es trotzdem zu tun, denn wegschauen konnte er nicht, jetzt wo Faith ihn um Hilfe gebeten hatte.

„Eine ihrer Freundinnen sagt, dass June niemanden umbringen würde. Dass da mehr passiert sein muss. Ich weiß natürlich auch nicht, wie viel letztendlich dran ist“, er kannte June schließlich überhaupt nicht, „aber wäre es eine Möglichkeit, dass die Sache ganz anders ist, als sie aktuell aussieht?“ Auch wenn Connor das als Frage formulierte, klang seine Stimme letztendlich schon so, als ob er das auch glaubte.

Connor zögerte einen Moment. „Das Problem ist, dass mehr über sie zu erzählen bedeutet, auch mehr Aufmerksamkeit in eine Richtung zu lenken, in der sie nicht erwünscht ist.“ Das hatte Elijah ihm bereits ganz allgemein deutlich gemacht und Faith hatte es bestätigt, als sie gemeint hatte, dass June kaum mit dem Finger auf die anderen Kids zeigen würde. „Deshalb erzählt June vermutlich auch nicht besonders viel von ihrem aktuellen Leben?“, fragte er eher, als dass er es feststellte. „Laut ihrer Freundin ist dieser Mann ein schrecklicher Kerl, der vielleicht sogar June aufgelauert haben könnte. Wobei fraglich ist, wieso er dann wusste, wo sie zu finden ist. Also es gibt da keine genauen Einblicke, sie weiß es selbst nicht.“ Was es natürlich schwieriger machte.

„Ich möchte ihr auf jeden Fall helfen.“ Auch wenn sich das vermutlich noch schwierig gestalten würde. „Das könnte ich hinbekommen. Ich habe bereits angedeutet die Person vielleicht zu kennen, die sie vertritt.“ Und damit hatte er ja auch ins Schwarze getroffen. „Und für dich wiederum könnte ich natürlich die Hand ins Feuer legen und versuchen, die Freundin zu einem Treffen mit dir zu bewegen. Sie möchte June auch unbedingt helfen, also ist sie vielleicht bereit dazu. Und kann dann auch selbst entscheiden, was sie dir von den Lebensumständen erzählt. Sie macht sich Vorwürfe, dass sie nicht auf June aufgepasst hat und es kann eigentlich ja nur in ihrem Sinne sein, sich mit der Person zu unterhalten, die June vertritt. Dir vertraut sie vielleicht auch eher als sonst jemandem.“ Denn Tabitha hatte ja doch eine andere Ausstrahlung als viele ihrer Kollegen.

„Wie sieht es denn generell mit Besuchsmöglichkeiten aus? Würde man aktuell jemanden zu June lassen? Und wenn ja, wäre die Person auch automatisch verdächtig oder könnte sie sich ungestört mit ihr unterhalten?“ Das hatte er ja auch noch versprochen herauszufinden.
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#8  
Tabitha nickte nur langsam, »Ich bin mir sogar relativ sicher, dass ein wichtiger Teil fehlt.«, sagte sie schließlich leise und nahm das Telefon auf, um von Lautsprecher auf Hörer umzuschalten. Es machte nicht wirklich einen Unterschied, aber vertrauliche Dinge auf Lautsprecher zu besprechen fühlte sich selbst in ihrer eigenen Wohnung irgendwie seltsam an, selbst ohne Big Brother Technik.

»Aber ich weiß noch nicht, was es ist.«, sagte sie dann, »Ich…«, Tabs atmete tief durch und war nicht unglücklich, das Connor in diesem Moment die Dunkelheit hinter ihren Augen nicht direkt sehen konnte, auch wenn ihre Stimme durchaus einen Hauch von Sorge erahnen ließ, »Ich denke nicht, dass Junes Stiefvater der liebende konservative Familienvater ist, den die meisten Leute zu sehen scheinen… und ich mache mir Sorgen, dass es mehr Gründe gibt, warum sie vor ihm geflohen ist, als nur die Tatsache, das…«, sie zögerte einen Moment, »Er ein Arsch darüber war, wer sie ist.«, umschrieb sie dann so gut sie konnte, es gab Dinge über June, die sie nicht teilen würde, auch wenn sie Connor vertraute - jedenfalls nicht in so vielen Worten, »Jason und ich haben mit ihrer Familie gesprochen.«, sie schauderte leicht, »Und ich mag den Vibe nicht, den ich dort habe…«, gestand sie dann offen ein, »Aber was auch immer geschieht… das kann nirgendwo erwähnt werden, verstanden?«, sie legte Gewicht auf das letzte Wort, »Das letzte was ich der Anklage liefern kann ist ein Motiv.« - abgesehen davon waren es bis jetzt nur ihre eigenen düsteren Ängste und Befürchtungen - vielleicht ihre eigenen Alpträume.

Sie wollte Junes namenloser Freundin glauben, dass diese niemals jemanden hätte umbringen können - aber ihr war auch mehr als bewusst, dass alle Menschen, ausnahmslos, eine Grenze hatten - einen Punkt, ab dem sie zu allem fähig waren - um sich selbst zu schützen - oder andere. Sie kannte diesen Punkt, sie hatte eine Steinklinge in der Hand gehabt und sich nur geradeso davon abhalten können, auf die Einbrecher die in ihr zu Hause eingedrungen waren und ihr Angst gemacht haben anzugreifen. Angst. Zorn. Niemand von ihnen war wirklich immun dagegen. Selbst jemand wie June - so wenig sie selbst glaubte, dass die junge Frau jemandem ein Haar krümmen würde, wenn er ihr die Wahl ließ.

Tabs brauchte einen Moment um durchzuatmen. Noch was es nur eine Theorie. Sie hoffte für June, dass es eine andere Erklärung gab - denn ohne Beweise, wäre es noch nicht einmal eine Verteidigung. So wie das Image des MSPs gewesen war, würde es niemand glauben wollen. Manchmal war ihr Job ein Kampf gegen Windmühlen.

Sie hätte gehofft, dass Junes Freunde mehr wussten, was an diesem Abend geschehen war, aber das schien nicht der Fall zu sein - oder sie hatten es Connor nicht auf die Nase gebunden. Erwachsenen zu trauen war nichts, was Jugendlichen auf der Straße in der Natur lag. Wahrscheinlich hatte sie Glück, dass Connor überhaupt mehr wusste und ihr eine Chance gab - sie hatte grobe Ideen gehabt, wo sie anfangen konnte, mehr über Junes Leben auf der Straße herauszubekommen, aber so verschlossen wie diese Gruppen waren … sie konnte ausschließen, dass June mit einer der Gangs gelaufen war, mit denen sie selbst Kontakte hatte.

»Ich denke June versucht, ihre Freundinnen zu schützen.«, sagte sie schließlich, »Nicht nur vor dem, was ihr passiert, sondern allgemein.«, sie schüttelte den Kopf, »Ich kann es sogar verstehen. Ich an ihrer Stelle würde auch nicht darauf vertrauen, dass sie sie damit nicht ans Messer liefert. Ich wünschte mir, sie würde mir vollends vertrauen. Aber ich glaube nicht, dass sie das wirklich tut. Ich glaube sie hat gelernt, vor erwachsenen Angst zu haben… und ich muss mir erst erarbeiten, dass ich anders bin.«, sie sah zur Seite. So wie June sich gab war entweder etwas extrem schlimmes mit ihr passiert - oder sie beschützte jemand anderen bis zur selbstaufgabe… oder beides.

»Wie sicher bist du, dass ihre Freundin dort nicht involviert war?«, sie wollte das nicht fragen, aber sie wollte ein Gefühl dafür bekommen, woran sie hier war. Ihre erste Pflicht galt June, »Ich denke, es wäre wirklich wichtig, dass sie mit mir sprechen.«, sagte sie dann, »Selbst wenn niemand von ihnen als Zeugen aussagen kann. Ich muss ein Gefühl bekommen, wer alles involviert ist …«, und sie musste herausfinden, was June ihr nicht sagte - oder zumindest eine bessere Idee bekommen.

»Besuchsmöglichkeiten…«, Tabs seufzte leise, »Nicht einfach. Schon gar nicht ohne Überwachung. Ein Grund für Untersuchungshaft ist zu verhindern, dass sie sich mit Leuten absprechen kann - Zeugen beeinflussen oder Dinge verschwinden lassen. Wer auch immer sie besuchen will, würde vermutlich einem Background Check unterzogen - und würde zumindest mit Interesse bedacht… man spielt aktuell ziemlich hard Ball mit ihr. Und außer mir kann sie niemand sehen, ohne dass alles aufgezeichnet wird.«, sie zögerte einen Moment, »Auf der anderen Seite braucht sie definitiv Zuspruch…«, sie konnte Connor nicht sagen, dass eine der ersten Dinge, die sie gemacht hatte war, June auf Suicide Watch setzen zu lassen, weil sie sich ernsthafte Sorgen um den geistigen Zustand der jungen Frau machte - was der andere Grund war, warum sie ihre Kontakte Cornton Vale gebeten hatte, ein Auge auf sie zu haben - aber sie war schon an der Grenze dessen, was sie sagen konnte - und hätte jemandem, dem sie weniger vertraute vermutlich nicht halb so viel erzählt.

»Ich kann ihr zumindest Nachrichten überbringen.«, bot sie schließlich an. Ihre Aktentasche war von Durchsuchung ausgenommen, zumindest solange sich nur Papiere darin befanden. Es war die beste Idee, die sie hatte, »Aber ich bin so offen, dass ich alles lesen werde, was ich ihr bringe.«, ergänzte sie dann - solange sie nicht wusste, wer Junes Freunde waren, war sie aus Prinzip vorsichtig. Es gab eine Menge Möglichkeiten, was der Teil war, den sie noch nicht verstand - und auch wenn die Freundin, die Connor getroffen zu haben schien, sein Vertrauen geweckt zu haben schien, wusste man nie, wer sonst noch dort war.
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#9  
Connor hörte schnell heraus, dass es eine gute Idee gewesen war, bei Tabitha nachzufragen. Denn sie wusste etwas. Und es überraschte ihn weder, dass sie nicht vollkommen frei sprechen konnte oder wollte, noch dass die Sache wirklich problematisch zu werden schien. Und doch glaubte er zumindest zu verstehen, welches Ausmaß an Gewalt sie andeutete. Es deckte sich mit Faiths Befürchtungen. Kaum vorstellbar, dass Leute überhaupt fähig waren, der eigenen Familie schlimme Dinge anzutun.

„Ich sehe, wieso du es nicht erwähnt haben möchtest, weil das June noch mehr in die Rolle der Mörderin drängt, aber wenn dort solche Sachen passieren, kann man auch nicht wegsehen, oder?“
Was sicherlich kein neuer Gedanke für Tabs war. Connor wollte sich gar nicht vorstellen, in welchen Zwiespalt sie das bringen würde.
„Jason hängt in dem Fall mit drin?“ Das war vermutlich gut, denn Jason würde zumindest neutralere Informationen zusammenzutragen versuchen. Und ehrlich gesagt war Connor auch ganz froh, dass Tabitha ein bisschen fähige Rückendeckung hatte. Und er selbst könnte Faith zumindest sagen, dass sich mehr als nur eine Person, der Connor vertraute, damit beschäftigte.

„So klingt es, ja.“ June würde sicherlich so lange wie möglich den Mund halten, den Eindruck hatte Connor auch gewonnen nach dem, was Faith so erzählt hatte. Genauso wie er den Punkt mit dem Vertrauen bestätigen konnte. Das wusste er von Elijah und Faith.
„Damit tun sie sich schwer“, bestätigte er also auch das. „Aber wenn es jemand schafft, dann du.“ Zumindest in Kombination mit der Tatsache, dass June sich auf Dauer gar nichts anderes würde leisten können als Tabitha zu vertrauen.

„Ziemlich sicher“, meinte er dann. „Sie … Faith schien sich eher vorzuwerfen, nicht dabei gewesen zu sein. Ich glaube, sie hat ein ziemlich schlechtes Gewissen, nicht auf ihre Freundin aufgepasst zu haben.“ So war es ihm zumindest erschienen und ja, das hätte alles natürlich auch gespielt sein können, aber davon ging Connor nicht aus. So fühlte es sich nicht an. Was hätte Faith davon, ihn mit irgendetwas zu beschäftigen, wo er doch sowieso kein Problem für diese Gruppe war und ihnen sogar helfen wollte?
„Ich werde versuchen das möglich zu machen. Faith weiß, dass ich vermute, wer June vertreten könnte und dass ich das für eine gute Sache halte, wenn es wirklich so ist.“ Wie es sich nun eben herausgestellt hatte. „Ich werde tun, was ich kann, damit sie sich mit dir unterhält.“

Das hatte er befürchtet. Dabei würde Faith zu sehen June vermutlich wirklich aufbauen. So einen Backgroundcheck könnte Faith wohl nicht gebrauchen. Er überlegte einen Moment. „Käme ich zu ihr?“, fragte er dann. „Oder würde eine unbekannte Person nur noch mehr Aufmerksamkeit auf die Sache ziehen? Vor allem, wenn sie Verbindungen zwischen uns sehen würden?“ Dann wäre das vermutlich alles nicht mehr so hilfreich.
Dass es auch für ihn selbst schnell zumindest aufwendig werden könnte, in so einem Fall aufzuscheinen, bedachte er an dieser Stelle im ersten Augenblick nicht. Dazu wollte er viel zu sehr überlegen, was wem helfen könnte.

„Das ist ein Anfang“, meinte er dann. „Dann kannst du ihr zumindest sagen, dass Kontakt zu Faith besteht. Dass sie sich Sorgen macht und helfen möchte, oder?“ Das waren ja erst mal keine brisanten Dinge, sondern Äußerungen, die jede Freundin übermitteln lassen würde und die vielleicht sogar ein bisschen halfen. „Und klar. Faith wird sowieso nicht gerade die größten Geheimnisse über so einen Weg teilen, denke ich. Sie ist sehr vorsichtig bei diesen Dingen.“ Wie Connor bei der Handy-Sache bereits hatte feststellen dürfen. „Aber ich richte ihr das so aus.“ Genauso wie das Interesse an einem Treffen. Mehr konnte er zum jetzigen Zeitpunkt dann wohl auch nicht tun.
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#10  
Die junge Advokatin atmete definitiv schneller, während sie langsam den Kopf schüttelte. Sie hatte die freie Hand zur Faust geballt. Wegsehen. Nein, sie war nie jemand gewesen, die wegsah. Nicht bei Dingen, die wütend machten. Nicht bei Dingen, vor denen sie Angst hatte. Es gab bereits zu viele Menschen, die weg sahen, die es, bei was auch immer die Fassade war, bewenden ließen und gar nicht mehr wissen wollten. Nicht sie. Niemals sie. Selbst wenn sie ihre Befürchtungen außen vor ließ - allein die Tatsache, dass ihr Stiefvater June geschlagen hatte, reichte ihr. Aber es war ein weiter Weg zwischen Motiv und Selbstverteidigung. Tabs seufzte leise.

»Ich werde nicht wegsehen.«, bestätigte sie dann, da Connor ihre Mimik am Telefon nicht wirklich sehen konnte, »Ich werde dem allen Folgen, wohin auch immer es führt und ich werde für sie kämpfen - mit allem, was ich habe.«, es klang ein bisschen, wie ein Schwur - es war ihr wichtig. So viele Menschen hatten June im Stich gelassen - sie hatte nicht vor, eine von ihnen zu sein.

Sie nickte langsam, »Mein Budget hängt an einem Schuhbändel…«, sagte sie dann leise, »June hat kein Vermögen, da sie achtzehn ist, ist ihre Familie nicht mehr zu Unterhalt verpflichtet - besonders nicht in diesem Fall - also hängst sie allein an Beihilfen.«, die meisten ihrer Mandantinnen taten das, »Selbst wenn ich mit jemand anders arbeiten wollte, hätte ich nicht die Mittel, einen Investigator zu bezahlen, der mir keinen Friends & Family Discount gibt…«, genau genommen hatte sie selbst dazu nicht die Mittel - die FLSU konnte ihr nicht einmal genug Ermittler-Stunden zur Verfügung stellen, um ein paar Standard Background Checks zu machen - aber sie würde Jason1) nicht sagen, dass sie ihn in diesem Fall wohl relativ bald aus ihrer eigenen Tasche bezahlen würde - also konnte sie es Connor auch nicht sagen. Sie seufzte erneut. Sie seufzte viel, dieser Tage.

»Aber selbst wenn das nicht der Fall wäre - zum einen ist er einer der Besten - und zum anderen kann ich ihm vertrauen. Und ich weiß, dass es für ihn mehr als ein Job ist…«, der letzte Teil war ihr wichtig.

Sie konnte nur hoffen, dass Connor recht hatte, und sie eine Chance hatte, sich sowohl Junes Vertrauen, als auch das ihrer Freunde zu verdienen. Sie wollte wirklich helfen, aber ihr war auch klar, dass eine Menge Leute, von denen Jugendliche wie diese enttäuscht worden waren, ihnen gesagt haben würden, dass sie helfen wollten. Man landete nicht auf der Straße, wenn man gute Erfahrungen mit Leuten hatte, die einem helfen wollten. Leider.

Faith. Junes Freundin hatte also einen Namen. Und ein schlechtes Gewissen. Etwas, was sie im Hinterkopf behalten würde - vielleicht gab es ihr einen Zugang, eine Gemeinsamkeit. Aber es war schwer zu sagen. Vor allem aber gab es ihr eine Möglichkeit, Fragen zu stellen - naturgemäß hatte sie Verbindungen in die schattigeren Seiten der Jugendszene der Stadt, wenn der Name jemandem etwas sagte… konnte sie vielleicht mehr herausfinden, selbst wenn niemand direkt mit Ihr redete. Oder Jason konnte es. Bis jetzt sagte ihr der Name nicht viel, »Es klingt, als ob ihr June wichtig ist…«, sagte sie schließlich leise, »Weißt du… wie sie zueinander stehen?«, fragte sie dann vorsichtig, »Ich weiß, das June eine Freundin hat, aber sie hat mir ihren Namen nicht gesagt…«, Junes mögliche Freundin war vielleicht eines der wichtigsten Puzzlestücke - die eine Person, der sie vielleicht mehr anvertraut hatte - und die sich genug Sorgen um sie machte, um mit ihr zu sprechen. Sie konnte es zumindest hoffe.

Sie schwieg einen Moment und musste nachdenken. Konnte Connor zu ihr. War es eine gute Idee?

»Was den ersten Teil betrifft, möglicherweise… du hast Presse Credentials und es gibt definitiv öffentliches Interesse… vielleicht bleibt uns ohnehin nicht viel, als vor die Geschichte zu kommen, bevor sie jemand anders aufnimmt…«, dachte sie schließlich laut, »Ich weiß nicht, ob CPS das absegnen würde… kommt wahrscheinlich sehr darauf an, wann - und was sie glauben, was euer Ansatz ist. Sie werden kein Interesse haben, dass jemand June in einem guten Licht darstellen lässt und ihnen den Jury Pool vergiftet, bevor die Jury gesetzt ist…«, sie im Gegenzug hatte teilweise ein Interesse daran - solange es nicht die besten Juroren als befangen ausschloss, »Es könnte einfacher werden, nachdem der Prozess beginnt. Dann können sie die Öffentlichkeit nicht ohne weiteres ausschließen… außer ich schaffe es, dass sie June doch nch nach Jugendstrafrecht behandeln…«, sie knirschte leise mit den Zähnen - etwas, was CPS sehr hart ausgeschlossen hatte - und was sie maßlos ärgerte - dämliche Hardliner.

»Ich kann sie wissen lassen, dass ihre Freundinnen an sie denken.«, sagte sie schließlich leise, »Ich denke das kann nur helfen.«, so allein wie June sich aktuell zu fühlen schien…

»Ich hatte überlegt, Gwyn um Hilfe zu bitten. Wir brauchen mehr Ressourcen, um das Leben des Stiefvaters umzugraben - aber die Familie redet nur sehr vorsichtig mit mir und tut alles, um das Image des konservativen Saubermanns zu erhalten… vielleicht hätte die Presse hier viel mehr Chancen… und im Gegensatz zu June, kann euch daran niemand hindern… und wenn ihr … ein bisschen kreativ seit, was Heldenverehrung betrifft…«, sie schmunzelte etwas, »Wärst du zu so etwas bereit?«, fragte sie schließlich - es war keine einfach zu fragende Sache - einen beliebten Politiker, der obendrein ermordet worden war, durch den Schlamm zu ziehen, würde wohl nicht jeder Chefredakteur mit Freude sehen - egal wie sehr Tabs sich sicher war, dass genug Schlamm von ganz allein kleben bleiben würde, wenn man hinter die Fassade blickte.

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1) Jason McAllister
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#11  
Connor nickte leicht, auch wenn Tabitha das natürlich nicht sehen konnte. Aber die energische Aussage überraschte ihn nicht. So war Tabs. Und es war verdammt gut, dass es Menschen wie sie gab.
„Alles andere hätte mich überrascht. June kann froh sein, dass sie dich hat.“ Eine nüchterne Feststellung, denn Tabitha war zwar sicherlich nicht die einzige engagierte Anwältin, aber zumindest doch eine von denen im oberen Drittel, was Motivation und Mitgefühl anbelangte.

„Es beruhigt mich, dass es Jason ist, mit dem du daran arbeitest.“ Denn Jason war ein anständiger Kerl. Connor vertraute ihm – okay, das tat er grundsätzlich erst mal bei jedem, aber Jason kannte er ja nun wirklich nicht erst seit gestern und wusste, wie jener so tickte – und Tabitha hatte schon oft genug auf ihn zählen können. Die beiden waren eine gute Mischung.
Und letztendlich hing nun wohl auch er selbst irgendwie bereits mit drin. Immerhin hatte er Faith versprochen zu tun, was er konnte. „Sieht aus, als ob wir drei also nun ein gemeinsames Projekt hätten.“ Weil es so wenig andere Probleme gab, um die sie sich eigentlich ebenfalls kümmern mussten. Wie gut, dass Connor sich noch nie von so etwas hatte aufhalten lassen. Entsprechend schlicht hatte auch seine Aussage geklungen, denn es war eine Tatsache, nicht mehr und nicht weniger. Sie alle drei konnten da wohl gar nicht anders.

„Sie scheinen ein gutes, enges Verhältnis zueinander zu haben. Faith wollte sie beschützen und grämt sich jetzt, das spricht definitiv für eine engere Bindung. Sie hat mich um Hilfe gebeten, obwohl es ihr sichtlich schwergefallen ist. Aber für June geht sie das Risiko offensichtlich ein. „Ich weiß nicht, ob Faith die Freundin-Freundin ist, aber zumindest ist da mehr als ein oberflächliches Interesse an Junes Schicksal. Sonst würde Faith wohl nicht das eigene Misstrauen über Board schmeißen und mich als quasi Fremden mit ins Boot holen. Wir kennen uns nur über einen Bekannten von ihr.“
Ein Moment der Stille seitens Connor schloss sich dem Satz an. „Den ich eigentlich gesucht habe“, fügte er dann noch hinzu. „Und der verschwunden ist.“ Konnte das zusammenhängen? Connor begann auf und abzulaufen. So richtig bewusst hatte er vorhin noch nicht darüber nachgedacht und Faith hatte auch nichts Derartiges angedeutet. Aber ein Mord? Eine Verdächtige? Ein Verschwundener? Hm.

„Ich veröffentliche nicht selbst“, gab Connor zu bedenken. „Aber ja, die nötigen Ausweise und dergleichen habe ich natürlich trotzdem. Und jemanden, der mir sicherlich beim Rest helfen würde.“ Natürlich dachte Connor an Gwyn.
Genauso wie Tabitha, offensichtlich. „Genau die meine ich.“ Connor musste schief grinsen. „Sie wird sowas von begeistert sein, wenn wir sie auf die nächste Baustelle schleifen.“ Und doch würde sie es mit Sicherheit tun. Jason, Gwyn, Tabs und er. June könnte schlechtere Karten haben.
„Das kriegen wir hin, denke ich“, überlegte er schließlich langsam. Denn er hatte seine Hilfe nun einmal versprochen und Tabitha das nötige Knowhow, um sagen zu können, welche Vorgehensweise tatsächlich hilfreich war. „Gwyn und ich müssten darüber natürlich erst noch mal reden, aber es würde mich wundern, wenn sie Einwände hat.“ Er überlegte kurz. „Vielleicht bietet sich auch eine Lagebesprechung zu viert mal an.“ Wenn sie nun offensichtlich alle irgendwie drinhingen. „Ich würde ja auch versuchen Faith davon zu überzeugen, sich mal mit Team June zu treffen, aber wahrscheinlich geht das noch etwas zu weit.“ Einem Erwachsenen zu vertrauen war die eine Sache. Gleich vier davon an der Backe zu haben würde Faith vielleicht trotz aller Liebe eher vermeiden wollen.

„Sag June auf jeden Fall, dass ihre Leute sich sorgen. Und dass sie nicht alleine ist.“ So oder so schadete dieses Wissen nicht. Egal, wer letztendlich tatsächlich noch mitmischen würde.
„Und wieso sind sie so scharf darauf, dass es kein Jugendprozess mehr wird?“ Das klang doch irgendwie auch nach einem dubiosen Spielchen. „Manchmal werden doch sogar Mittzwanziger noch nach Jugendrecht verurteilt oder nicht? Und sie dürfte noch nicht mal in einer Kneipe unbegrenzt herumhängen, soll nun aber voll straffähig sein?“ Irgendwie biss sich das für ihn.

(Erwähnungen von Gwyneth Walker und Jason McAllister in Bezug auf mögliche Unterstützung für June.)
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#12  
»Klingt aber in jedem Fall so, als könnte sie sich ihr anvertraut haben.«, sinnierte Tabs leise, »Wir sollen sowohl mit ihr, als auch mit ihrer Freundin reden, falls sie nicht die gleiche Person sind.«, mehr Punkte auf ihrer To Do Liste - und die Chance, etwas Hintergrund zu June zu bekommen - hoffte sie zumindest. Die Hoffnung, dass jemand für sie aussagen konnte, war deutlich dünner bestellt - Leute, die in einer Straßengang waren, nach allem, was sie verstanden hatte, machten nicht unbedingt die allerbesten Zeugen. Bis jetzt hatte sie eigentlich nur Junes Cousine Bella - und eine vage Hoffnung, dass einer von Jasons Forensik Kontakten irgendetwas liefern konnte, was die Lehrmeinung der Anklage durcheinander brachte.

Sie schob ihre Gedanken und Pläne zur Seite, als Connor erwähnte, eigentlich jemand anderen gesucht zu haben. Er war auf der Suche nach jemandem, der regelmäßigen Kontakt zu Straßenkindern hatte? Gut, auch wenn er beteuerte nicht selbst Artikel zu schreiben - war er immer noch Teil der Presse - und sicher nicht nur an einem Artikel, »Jemand bestimmtes?«, fragte sie nach, »Ich habe ganz gute Kontakte … in Teilen der Szene, falls du Hilfe brauchst..«, sagte sie dann bewusst etwas vage gehalten - nicht, dass es ein großes Geheimnis war, dass sie durchaus Kontakte zu den jungen Menschen hatte, denen sie geholfen hatte - und den ein oder anderen Gefallen einfordern konnte, wenn es notwendig war, »Wenn Leute auf der Straße verschwinden… könnte das auf mehr Probleme hindeuten.«, Leute, die niemand vermisste, waren vermutlich die leichtesten Opfer für ihre andere Art von Problemgruppe - noch ein Grund, warum sie Menschen wie June helfen und eine Perspektive geben wollte.

Tabs lachte leise, »Ich hatte bis jetzt nicht den Eindruck, dass Gwyn sich beschweren würde, zu viele Baustellen zu haben..«, stellte sie dann fest. Die Reporterin war auch eher jemand, die sich neue Probleme suchte, weil sie ebenso wenig wegschauen konnte, wie Tabs, »Aber ja, redet gerne erst einmal miteinander. Sie kann mich jederzeit anrufen, wenn sie Fragen hat.«, bestätigte sie schließlich, »Oder wir reden gleich zu viert.«, stimmte sie dann dem Vorschlag zu, »Wenn June ein Indikator ist … könnte ich mir Vorstellen, dass Gwyn oder ich es leichter haben könnten, etwas von den Jugendlichen zu erfahren…«, ihre Lippen wurden leicht schmaler - aber mit wem sich Faith treffen würde oder nicht konnte Connor vermutlich besser beurteilen als sie selbst, »Vielleicht machen wir den Teil Schritt für Schritt…«, es war nie ganz einfach zu raten, wen jemandem vertrauen würde, wenn sie diese Person nicht kannte. Faith konnte genauso gut auf Jasons großer Teddy-Wolf Energie reagieren, wie sie ihm misstrauen konnte, sie sprach offensichtlich mit Connor, auch wenn sie durchaus Vorbehalte gehört hatte - vermutlich hatten die meisten Erwachsenen es nicht einfach bei Jugendlichen, die in diesen Umständen lebten - unmöglich es vorher zu wissen, ohne sie gesprochen zu haben.

»Ich richte es ihr aus.«, bestätigte Tabitha leise. Sie hoffte, dass es genug war, damit June nicht aufgab.

Jugendstrafrecht. Eine eigene Kanne Würmer, »Zum einen versuchen sie sie einzuschüchtern - das haben sie getan, seit dem ersten Verhör.«, gab sie dann zurück und man konnte durchklingen hören, dass es sie wütend machte, »Sie stehen unter hohem Druck zu liefern - Reid war ein einflussreicher Mann in konservativen Kreisen - Teil der Party Leadership in Schottland. Jemand, der sich gut auf Wahlplakaten macht - ein Saubermann für Recht, Ordnung und Familienwerte - das seine eigene Familie so zerrüttet war beschädigt nicht nur ihn, sondern die Tories in Schottland allgemein. Den Medien Gegenüber haben sie Monatelang behauptet, dass June wegen medizinischer Probleme in einer Klinik wäre - alles um nicht zugegeben zu müssen, wie es wirklich steht«

Sie seufzte einmal mehr - sie hatte aufgehört mitzuzählen, »Eine lesbische Stieftochter, die von zu Hause weggelaufen ist und ihn dann getötet hat … eine ganze Menge ist in Aufruf dadurch… CPS braucht einen schnellen, entschiedenen Sieg… am besten durch ein Geständnis und einen Plea Deal der das ganze schnell in der Versenkung verschwinden lässt - damit sie sie als mental instabil hinstellen können und sich niemand mehr Gedanken machen muss, wie sehr ihr Saubermann ihr Leben zur Hölle gemacht hat…«, Tabs knackte mit den Fingerknöcheln, »Ihr Ziel ist es, ein Exempel zu statuieren … entweder indem sie sie einschüchtern, oder öffentlich vorführen… da können sie keine Samthandschuhe gebrauchen… sie zerstört ihr Bild von ihrem Helden… also werfen sie alles auf sie, was im Buch ist…«

Die junge Advokatin atmete tief durch, »Ich habe diverse Motions in Arbeit… Jugendstrafrecht ist die eine davon … «

»Und nein, nichts davon ist fair… sie werfen ihr fast mehr vor, zu existieren und nicht in ihr beschissenes Weltbild zu passen, als Mord…«, grollte sie leise.
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#13  
„Okay“, bestätigte Connor die Einschätzung, dass sie mit diesen beiden – oder eben dieser einer – Person noch einmal sprechen sollten. Faith würde er ja wohl ohnehin wiedersehen. Immerhin würde jene wissen wollen, ob und was Connor herausgefunden hatte.

Connor schwieg einen Moment. Er hatte bisher nicht wirklich jemandem von Elijah erzählt, weil Vampire unter den Naturalisten ein schwieriges Thema waren und Connor zudem wusste, dass Elijah selbst eben auch weder Aufmerksamkeit auf sich oder den Kids, die er beschützte, lenken wollte. Allerdings sprach er hier gerade mit Tabitha, die nun einmal definitiv vertrauenswürdig war. Und was war, wenn sie recht hatte und Faith sich irrte mit der Annahme, dass es nur um irgendwelche Schulden oder etwas Ähnliches gegangen war?
„Ich weiß nicht, ob das zusammenhängt“, antwortete er schließlich. „Aber Elijah, mein Bekannter, hat den Kids auch geholfen, ja. Hat Dinge repariert und so. Über ihn habe ich Faith kennengelernt. Und sie meinte, er hätte vor etwas Angst gehabt, als er gesagt hat, dass er verschwinden muss. Sie vermutet Schulden.“ Und doch passte das alles noch nicht so richtig für ihn. Elijah war ein Vampir und hatte ihn zwischenzeitlich für einen Jäger gehalten. Konnte auch etwas in der Richtung geschehen sein? Und war das ein Fass, dass er aufmachen sollte? Unsicher diesbezüglich blieb er erst mal beim Genannten. Wenn das alles etwas mit June zu tun hatte, wohl ohnehin nicht über den Vampiraspekt an all dem.

„Nein, Gwyn passt wunderbar in unseren Club.“ Man hörte das Grinsen in seiner Stimme. Diesbezüglich waren sie doch alle gleich. „Irgendeiner von uns wird ja wohl glaubwürdig sein.“ Wobei Faith ihn eben nun schon kannte. Da mussten sie sich wohl wirklich step-by-step durchfitzen. Aber es war zumindest gut zu wissen, dass June nicht alleine war. Hoffentlich reichte dieses Wissen wirklich.

Ach verdammt. Das klang nach einer Schlangengrube. Connor brachte durchaus für die meisten Leute irgendwie Verständnis auf, aber gerade konnte er sich einer gewissen Parteiergreifung nicht erwehren. Und die lag eindeutig bei June. Alleine schon, weil sie alleine und so viel schlechter dastand. „Kann man nicht etwas anderes als ein Mädchen an den Galgen liefern?“ Nichts weiter als eine rhetorische Frage im Endeffekt. Offensichtlich passte ihnen nichts an June und die Möglichkeiten schienen erdrückend.

„Was hast du noch im Gepäck?“, erkundigte er sich, nicht zuletzt auch, weil er raushören konnte, wie mitgenommen Tabs von all dem war und er ihr noch mal vor Augen führen wollte, dass sie nicht so schlecht dastand mit ihren Möglichkeiten. Denn auch sie hatte ja in den letzten Wochen schon eine Menge durchgemacht. Umso wichtiger war es Connor, auch ihr beizustehen.

(Erwähnung von Gwyneth Walker)
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#14  
Tabitha war bereits dabei sich Gedanken zu machen, wie man diese Gruppe an Jugendlichen am besten anging - was sie tun konnte, um ihnen zu helfen, was sie von ihnen wissen musste, um June zu helfen - wie sie es bekommen konnte, ohne dass sich jemand selbst in Schwierigkeiten bringen musste - und wie sehr sie vielleicht in Gefahr waren, wenn bereits jemand von ihnen verschwunden war, als sie ein einziges Wort … ein einziger Name zurück aus den Gedanken riss. Elijah.

Der Kopf der jungen Advokatin war nach oben geruckt und ihre dunkelblauen Augen hatten sich geweitet, während es ihr kalt den Rücken herunter lief. Es war Zufall. Es musste Zufall sein. Es gab vermutlich hunderte Menschen in Edinburgh, die so hießen. Dass jemand von ihnen vermisst war. Definitiv Zufall. Doch Elijah - dieser Elijah - war Mechaniker … und er hatte zumindest angedeutet, dass er irgendwo auf der Straße untergetaucht war, bevor er verschwunden war … oder bevor er aufgeflogen war, mit welchem Spiel er auch immer mit ihr betrieben hatte, und sich abgesetzt hatte. Es gefiel ihr überhaupt nicht, diesen Namen im Zusammenhang mit Jugendlichen zu hören. Wie sie gerade bereits festgestellt hatte - waren sie alle jemand, bei dem niemand hinsah, den die wenigsten vermissten… wenn Elijah etwas damit zu tun hatte. Die Rothaarige hatte angefangen, schneller zu atmen, »Wie… wie gut kennst du diesen Elijah…«, sie klang vorsichtig - und besorgt, »Und was hat er mit diesen Kids zu tun gehabt?«, sie atmete nach wie vor schneller und die Menge an Sorgen in ihrer Stimme hatte sich eindeutig verzehnfacht, »Hast du ihn je tagsübergesehen… draußen meine ich.«, nicht die subtilste Frage in der Welt - aber wenn Elijah beteiligt war… wie sehr war er dann beteiligt? Hatte der Vampir wirklich versucht, ein paar Jugendlichen zu helfen? Oder gab es wie auch auch hier eine tiefer liegende Motivation? Nach allem was sie wusste, würde es einem Vampir leicht fallen, einer Jugendlichen einen Mord anzuhängen … oder sie dazu zu bringen, einen zu begehen. Sie hatte gesehen, was passierte, wenn Vampire in jemandes Kopf herumspielte… und sie war sich immer noch nicht sicher, ob Elijah sie ebenso manipuliert haben konnte. Fuck. Fuck. Fuck. FUCK! »Wenn das ist… wer ich glaube… dann haben wir ein riesen Problem…«, sie klang atemlos in diesem Moment.

„Kann man nicht etwas anderes als ein Mädchen an den Galgen liefern?“, Tabs schüttelte den Kopf, »Was du meinst etwa, man könnte die eigenen Vorurteile überwinden, die Fakten anschauen und sich Gedanken machen, was wirklich passiert ist? Klingt stressig, meinst du nicht?«, triefender Zynismus in ihrer Stimme.

Was hatte sie noch im Gepäch. Was hatte sie nicht im Gepäck? Sie lachte oder seufzte oder machte irgendein Geräusch irgendwo dazwischen und schüttelte den Kopf, »Ich weiß nicht einmal, wo ich anfangen soll…«, sagte sie schließlich leiser, »Ry ist nach wie vor im Koma und was die Ärzte nicht sagen macht mir mehr und mehr Sorgen. Nicht, dass sie besonders viel sagen… oder sagen dürfen…«, Tabs hatte sich zurück aufs Sofa sinken lassen, »Der Einbruch zu Hause… Junes Fall… Der Whack-A-Mole Kampf um die Pentlands… die Entführungs-Versuche… und … nicht zu letzt… Elijah … ich frage mich manchmal, wann mein Leben so außer Kontrolle geraten ist…«
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#15  
Connor wusste nicht, in welches Wespennest er stach, als er seinen vermissten Bekannten erwähnte.
„Noch nicht sehr lange“, meinte er ehrlich und es war wohl kein Geheimnis, dass er schnell Kontakte schloss und die Leute auch bereitwillig in seine friendzone ließ. „Soweit ich weiß, hat er bei ihnen Dinge repariert, ihnen geholfen und auf sie aufgepasst. Faith vertraut ihm.“ Das war schon deutlich geworden und er hatte auch das Gefühl gehabt, dass die Kids sich sicher bei ihm gefühlt hatten, demnach, was die beiden eben erzählt hatten.

Tabitha wusste, was er war! Connor atmete tief durch. Dann konnten sie zumindest offen reden, ohne dass Connor befürchten musste, anderer Leute Probleme auszuplaudern.
„Er ist ein Vampir, das weiß ich“, erwiderte er also ruhig. „Er hat von mir getrunken.“ Was er eigentlich sagte, um zu belegen, dass er eben wirklich wusste, wovon er sprach und nicht, um Tabs noch mehr zu beunruhigen.
„Ich habe ihn nicht als Problem kennengelernt“, erzählte er dann weiter. „Er wirkte zwischenzeitlich eher verschreckt von mir, hat mich auf dem Gelände erwischt, als ich Photos machen wollte und dann haben wir uns länger unterhalten. Das mit dem Trinken kam zustande, weil ich dachte, er gehört zu den Obdachlosen und ihm Essen und Trinken angedreht habe, was er natürlich nicht vertragen hat. Dann ging’s ihm schlecht und ich wollte helfen.“ Eine typische Connor-Aktion eben.
„Ich kann mir nicht vorstellen, dass er June einen Mord angehängt hat …“ Aber gut, letztendlich kannte er Elijah eben erst einen Monat und hatte außer diesem Gespräch und ein paar Telefonaten nicht viel. „Er schien ihnen wirklich nur helfen zu wollen und genug eigene Päckchen zu tragen. Ehrlich gesagt frage ich mich eher, ob sein Verschwinden mit einer ganz anderen Sache zu tun hat.“ Jetzt, wo die Katze eh aus dem Sack war, konnte er darüber auch offener sprechen. „Er hat mich zwischenzeitlich für eine Art Vampirjäger gehalten und Panik bekommen … irgendwo scheint es also Leute zu geben, die ziemlich organisiert Jagd auf sie machen.“ Was Connor moralisch schwierig fand, denn ein Vampir konnte ja auch nichts dafür, wie er leben und sich ernähren musste.
„Was weißt du über ihn?“ Es musste ja einen Grund haben, dass sie das so aufwühlte.

„Ich merk schon, das war zu optimistisch.“ Connor seufzte tief. Es war doch nicht fair, dass June in so einer beschissenen Lage war. Und gerade jetzt wünschte er sich umso mehr, Elijah noch erreichen zu können, um zumindest zu versuchen herauszufinden, ob jener wirklich nichts damit zu tun hatte.

„Redest du oft mit ihnen?“ Es passierte tatsächlich so viel aktuell, dass sie es kaum mehr alle ständig ins Krankenhaus schafften, aber auch Connor war noch mal da gewesen und hatte sie gesehen, ihr Mut zuzusprechen versucht in der Hoffnung, dass sie es hörte.
„Gibt es irgendwelche neuen Ideen wegen dem Einbruch?“ Die vor Ort sprachen ja doch noch mal häufiger und direkter darüber als sie alle zusammen. „Irgendwelche Spuren oder Ideen, wie wir an die Alchemisten rankommen? Wie geht es dir wegen der Elementarsache?“ Das schien ihr ja auch noch immer zuzusetzen.
Connor sah die erdrückende Menge durchaus. Es war einfach viel zu viel.
„Gibt es wegen der Entführungen etwas Neues?“ Das hatte Connor eher am Rande mitbekommen und über Gwyn ein paar Einblicke, aber Tabs schien mehr im Thema zu sein. Wie bei allem irgendwie. Sie steckte echt mittendrin.
„Die Pentlands stagnieren doch aktuell, ich hoffe, dass das so bleibt.“ Immerhin war das richtig schiefgelaufen. „Oder hast du da schon was anderes gehört?“ Was letztendlich wohl auch nicht überraschend wäre, immerhin ließen Firmen nicht mehr gerne los, woran sie sich mal festgebissen hatten.
Dass Elijah auch noch zu den Gruppenproblemen gehörte war neu und Connor fragte sich noch immer, wie sie ihn besser einordnen sollten, wenn er nun nicht mehr erreichbar war. Hatte er sich doch so sehr in ihm getäuscht?
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#16  
Wann genau hatte sie sich hingesetzt? Tabitha hatte ihr Telefon ans Ohr gepresst und konnte nicht viel mehr tun, als lauschen, während Connor erzählte. Sie wollte wirklich nicht paranoid sein. Sie war immer die gewesen, die das gute in Menschen sah, die ihnen Chancen gab, wenn andere sie fallen gelassen hatten … aber … Vampire. Sie … wusste es nicht. Jason schien langsam zu der Überzeugung gekommen zu sein, dass sie nicht alle Monster sein konnten … nicht mehr als Menschen… aber das änderte nichts daran, dass die Art und Weise, wie Elijah in das Leben nicht nur von ihr, sondern scheinbar auch von Connor gestolpert war .. wie er immer aufzutauchen schien und so hilfsbereit wirkte - und gleichzeitig irgendwie verloren wirkte…

Tabs ballte die freie Hand zur Faust, »Ich weiß nicht mehr, was ich wirklich weiß und was ich nur zu wissen glaube…«, ihre Stimme klang flach, als sie endlich antwortete, »Er hat mir geholfen, als ich im Januar überfallen wurde… dabei habe ich auch erkannt, was er ist.«, begann sie dann selbst zu erzählen, »Aber seitdem… ich weiß nicht mehr, was real ist, bei ihm… ich weiß nicht, was ich glauben kann und was nicht. Er hat mir vieles über sie erzählt … und über sich. Dass er aus Amerika fliehen musste, weil er dort gejagt wird… war eine der Sachen.«, sie sah zur Seite - was wenig unterschied machte, wenn man telefonierte, wenn sie ehrlich war, »Dass er früher eine Werkstatt hatte und eigentlich nur versucht hat über die Runden zu kommen. Dass er gerade erst verstanden hat, dass er schwul ist…«, die junge Rothaarige schloss die Augen, »Er hat eine ganze Menge Dinge gesagt, die an meinen Hang, Leuten zu helfen appellieren - meine Schwäche für Underdogs und Streuner…«, Tabs seufzte, »Er hat meine Kräfte gesehen, Connor… nicht weil ich es wollte oder geplant habe, sondern weil ich die Kontrolle verloren habe… und ich habe ihm viel zu sehr vertraut … und ihm, viel zu viel erzählt…«, nicht wer die anderen waren - nicht wo sie waren - keine wirklich kritischen Geheimnisse… aber genug Geheimnisse…

»Und dann hat er mich angerufen, weil er einen Korb bekommen hatte.. Und ich hab mir so sehr Sorgen gemacht, dass es ihm nicht gut geht, dass ich ihn nach Hause eingeladen habe…«, sie schnaubte und schüttelte den Kopf, »Wir haben Twilight geschaut… ausgerechnet… als Jason nach Hause gekommen ist…«, Tabs atmete tief durch, »Wir hatten einen riesen Streit deswegen. Und ich habe erfahren, dass Elijah auch Gwyn und ihrer Tochter begegnet ist… genau so zufällig … genau so harmlos…«, es fiel ihr schwerer und schwerer zu glauben, »Danach ist er komplett abgetaucht… wie vom Erdboden verschluckt… das war Mitte Februar…«, beschrieb sie dann, »Und wenn er dir ebenfalls zufällig begegnet ist… dann fällt es mir langsam schwerer und schwerer, noch an Zufälle zu glauben… Vielleicht ist das alles meine Schuld. Vielleicht hat er gesehen, was ich kann und das hat sein Interesse geweckt…«

»Jason war von Anfang an überzeugt, dass er mich auszunutzen versucht… dass der Überfall fingiert war, um ihn als Helden zu inszenieren … oder er zumindest die Gelegenheit genutzt hat…«, sie biss sich auf die Unterlippe, »Was, wenn ER für die Alchemisten arbeitet? Wenn Sie Vampire benutzen, um ihre Drecksarbeit zu machen?«, hatte sie Stonehaven erwähnt? Sie war sich nicht mehr sicher, »Und er abgetaucht ist, nachdem er genug Informationen über uns gesammelt hat?«

Sie hatte ein bisschen grinsen müssen, als Connor gesagt hatte, dass Elijah ihn für einen Vampirjäger gehalten hatte … aber mittlerweile war ihr alles andere als zum Grinsen zu mute. Es lief ihr eisig den Nacken herunter. Sie wollte sich irren, »Und was wenn er in meinem Kopf war, um dafür zu Sorgen, dass ich ihm vertraue?«, die letzte Frage war die, die sie am meisten beschäftigte - die Vorstellung, dass ihr jemand den freien Willen wegnehmen konnte war… sie schüttelte sich, »Ich weiß es einfach nicht mehr Connor. Ich weiß nicht mehr wer spiele mit uns spielt - was ich glauben kann und was nicht.«

»Bei uns wurde eingebrochen. Leute haben jetzt zweimal versucht, mich in ein Auto zu zerren… - es gab einen zweiten Versuch am Sportcenter letzte Woche - und ich hatte beides Male Glück, dass jemand da war, um mir zu helfen… und nein, wir sind noch nicht wirklich weiter, wenn ich ehrlich bin… Jason arbeitet daran - aber wir können nur raten, was mit womit zusammenhängt. Sind die Alchemisten hinter allem? Verfolgen sie uns schon länger? Gibt es weitere Parteien? Für die Polizei ist es ein weiterer Fall von - wenn man mit kriminellen Arbeitet ist man irgendwie selbst schuld, wenn einem etwas passiert…«, sie lachte verächtlich, »Was ironisch ist, gegeben wir erpicht sie darauf sind, June das Leben zur Hölle zu machen… fast so als wären reiche Arschlöcher irgendwie mehr Wert als ich…«, langsam klang sie wütend. Wütend war besser als müde und verzweifelt.

»Wenn wir schon mehr wissen, hat es mir noch keiner gesagt.«, Tabs schüttelte den Kopf und nahm sich einen Moment, um ihren Atem unter Kontrolle zu bringen, »Aber was den Einbruch betrifft, konnten wir schlecht die Polizei einschalten. Das hätte viel zu viele Fragen aufgeworfen.«, vielleicht wäre es trotzdem schlau gewesen - aber nach dem Aufräumen war am Ende auch zu viel Zeit verstrichen - und Tabs wusste aus eigener Erfahrung, dass Einbrüche eine abyssemale Aufklärungsquote hatten, wenn sich die Einbrecher nicht unglaublich schlecht anstellten.

»Ich … ich wünschte, ich hätte wenigstens Zeit, Ry regelmäßig zu besuchen, aber … mit allem, was passiert ist….«, noch so eine Sache, wegen der sie sich schlecht fühlte. Sie fuhr sich mit der freien Hand durchs rote Haare. Zu viele Baustellen. Viel zu viele Baustellen.

»Und was das Elementar betrifft… ich … es hat mir wirklich Angst gemacht, wie wütend ich werden kann… weil ich weiß das nicht alles davon nur die Magie ist… wenn die Wut nicht schon da wäre…«, sie seufzte, »Noch eine Baustelle.«, vermerkte sie dann, »Zusätzlich zu der Baustellen-Baustelle in den Pentlands, für die wir immer noch Whack a Mole mit Subsubunternehmern spielen… die die einstweilige Verfügung unterlaufen wollen… demnächst ist irgendeine große Tourismus Gala… ich nehme mal an, sie halten deswegen ein bisschen die Füße still um nicht mit negativer Presse dort auflaufen und direkt vorher eine weitere Klatsche zu riskieren… oder sie arbeiten an irgendetwas andere…«, sie seufzte, »Aber ich fürchte, derartige Galas sind nicht meine Preisklasse…«, sie hatte gesehen, was die Tickets kosteten - und sie bezweifelte, dass sie auf dieser Seite viel damit erreichen würde, Flyer zu verteilen.

Tabs atmete tief durch, »So ziemlich das einzig positive der letzten Zeit ist, dass ich … jemanden getroffen habe.«, sie schaffte es zu lächeln, »Ich meine es ist noch … vage… und ich weiß noch nicht einmal ob sie … ich meine ob sie generell … oder speziell… interessiert…«, Tabs schüttelte den Kopf, »Bloody Hell. Ich klinge als wäre ich sechzehn…«, sie konnte immerhin noch über sich selbst lachen.
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#17  
Connor gefiel nicht, dass Tabs so lange zum Antworten brauchte. Weil das bedeutete, dass etwas an Elijah sie verunsicherte.
„Warum zweifelst du daran?“, fragte er dann. „Hat er dir etwas getan?“ Connor selbst hatte das Gefühl bei sich nicht gehabt, aber diese Hypnose wirkte ja wohl auch so, dass man sie eben nicht bemerkte.

„Das waren auch unsere Themen“, äußerte er. „Mir kam er aufrichtig dabei vor.“ Weil alles davon nun einmal normale, menschliche Themen waren und nichts Vampirspezifisches. „Wir haben nicht über die Natus direkt gesprochen, aber dass da mehr ist. Dass ich an mehr glaube. Was er verstanden zu haben schien mit seinem Hintergrund. Er scheint mit irgendwelchen Indianern und dem entsprechenden Blick auf die Natur verbandelt zu sein.“ Was Connor jetzt auch nicht seltsam gefunden hatte.

„Warum ist Jason McAllister so ausgeflippt? Weil er ein Vampir ist?“
Gwyn hatte ihn auch? Okay, das klang langsam schon etwas schräg, aber er wollte da noch nichts überinterpretieren. „Wir sind alle drei Leute, die hinsehen, wenn jemand in abgenutzten Klamotten und/oder sonst irgendwie fertig aussehend hinschauen“, gab er zu bedenken. Nicht, um Tabithas Annahmen zur Seite zu wischen, sondern um mehr zu bedenken zu geben.
„Wir sind uns Anfang März begegnet. Bei der Fabrik“, erzählte er weiter.

Elijah als die Person, die alles über Tabitha herausgefunden hatte? Über ihren Freundeskreis und allem, mit was sie sich so beschäftigte? Das kam Connor krass vor, aber ja, er wusste auch, dass er selbst manchmal etwas zu gutgläubig war und darüber sicherlich auch ausgenutzt werden konnte.
„Dann wäre ich ihm zufällig begegnet? Weil ich in sein Refugium gelaufen bin?“ Connor wusste es nicht. „Und er müsste auch all die Kids getäuscht haben, die sich bei ihm sicher gefühlt haben und ihn jetzt vermissen.“
Elijah als eiskalter Manipulator. Connor sah das nicht. Aber er wusste auch, dass es der Job eines Manipulators war, unerkannt zu bleiben. „Mein Gefühl sagt mir, dass er das nicht gemacht hat. „Aber … du bist dann wohl die Freundin, mit der er nicht mehr reden darf?“ In der Richtung hatte Elijah etwas erzählt, ohne dass Connor geahnt hatte, um wen es da gegangen war.

„Fuck“, stieß er hervor, als Tabitha von der zweiten Entführung sprach. „Das gleiche Auto? Oder denkst du, da war eine andere Partei am Werk? Jemand wegen June vielleicht?“ Weil Tabs sich da so reinhängte.
„Das lässt die Polizei so raushängen?!“ Da war Connor doch entsetzt und verstand, wieso Tabitha wütend deshalb war.

„Das stimmt, am Ende entdecken sie nur noch zu viel über uns.“ Was irgendwie dann doch problematisch wäre. Also mussten sie selbst da ran. Zum Glück hatte Jason Erfahrung.

Das schlechte Gewissen verstand Connor gut. Es ging ihm nicht viel besser damit, er wollte auch gerne für sie da sein.

„Bei so vielem, was aktuell im Argen liegt, ist das aber auch kein Wunder. Und vergiss nicht, dass du seine Wut auch noch abbekommen hast.“ Aber ja, das es genug gab, an das die Wut des Elementars hatte andocken können, war klar.
Er seufzte. „Ich hoffe, dass wir das weiterhin verhindert bekommen. Ich fürchte, dass ich da auch nicht hinkäme.“ Für so etwas wurden offiziell professionelle Photographen engagiert und keine, die vorwiegend wegen ihrer Onlinepräsenz bekannt waren – sofern man überhaupt von Bekanntheit sprechen wollte. Und ob Gwyneth Walker bei sowas reinkäme und ihn mitschleppen könnte, war auch fraglich.

Es tat dann aber doch gut zu hören, dass sich offensichtlich auch etwas Positives tat. Connor lächelte und gönnte es ihr von Herzen. „Das klingt doch gut! Genieß es!“ Und er wünschte ihr sehr, dass etwas daraus wurde. Bisher ohne zu ahnen, dass er die Person (Theia Athanasiou) auch sehr bald zufällig kennenlernen würde.
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#18  
Tabitha atmete langsam aus und schüttelte den Kopf, bevor sie sich vom Sofa aufraffte und zur Küchenzeile hinüber ging. Dies entwickelte sich definitiv in Richtung einer Cookie Dough erfordernden Unterhaltung. Nun konnte sie sich nicht beschweren, dass sie nicht genug Bewegung bekommen hatte, in den letzten Wochen … um sein Leben zu rennen war zumindest gut um Kalorien zu verbrennen?

»Nun, ich denke die Tatsache, dass Elijah mindestens keine andere Wahl hat, als sich von Menschen zu ernähren und in der Nähe von Gwyns1 sechsjähriger Tochter war, hat ihn nicht unbedingt zu Jason2 Lieblingsperson auf dem Planeten gemacht. Oder in Gwyns Nähe. Oder in meiner Nähe.«, sie verstand, warum Jasons Beschützerinstinkt da im Kreis herum sprang, »Oder in der Nähe all unserer Geheimnisse…«, ergänzte sie schließlich und versuchte mit der freien Hand einen Eisbecher aus dem Gefrierschrank zu bekommen, ohne das Telefon Fallen zu lassen, »Wenn ich eine Tochter hätte, wollte ich auch keinen Vampir in ihrer Nähe…«, sie schüttelte den Kopf, »Hell, ich würde die meisten Männer nicht in ihrer Nähe wollen… wenn ich ehrlich bin, Vampir oder nicht.«

»Aber ja, mein Bauchgefühl sagt das gleiche… auch wenn es verdammt viele Zufälle auf einmal sind - und ich kann Menschen normalerweise einschätzen. Aber das ist der Punkt… er ist keiner. Alles was ich zu wissen glaube, kann falsch sein - und auch wenn alles für sich nicht super verdächtig ist… alles zusammengenommen…«, sie klemmte sich ihr Telefon zwischen Schulter und Ohr um irgendwie mit beiden Händen den Eisbecher öffnen zu können. Essen würde nicht trivial werden, »Diese Manipulationssache… macht mir Angst.. Wirklich, wirklich scheiß Angst. Allein die Idee, dass jemand mir meinen freien Willen einfach wegnehmen kann… mich Dinge denken lassen kann… oder machen…«, sie schauderte und nicht nur wegen dem kalten Eis, »Ich habe nicht den geringsten Grund anzunehmen, dass er mir das angetan hat… aber auf der anderen Seite… wenn es keine Zufälle waren, sondern ein gezielt fingiertes, abgekartetes Spiel… dann hätte ich das auch nicht…«

»Nicht mehr reden darf?«, sie war halb auf dem Weg zurück zum Sofa stehen geblieben und sah verwirrt aus, »Was meinst du mir darf?«, fragte sie dann. Ein weiteres Puzzlestück in der Timeline, »Weil Jason ihn davon gejagt hat? Oder weil es ihm jemand anders verboten hat? Ich weiß, dass er unglaubliche Angst vor einem anderen Vampir zu haben schien… der gleiche, mit dem Gabe zu tun hatte… weil alles noch nicht verwirrend genug ist… und wir alle scheinbar jetzt Vampire haben, die uns nachstellen…«, sie ließ ich zurück aufs Sofa fallen, wechselte auf Lautsprecher und vergrub den Löffel im Cookie Dough. Kein Lautsprecher Gespräch - aber ein Cookie Dough Gespräch - und sie hatte keinen hilfreichen Halter für den Eisbecher, wenn sie nicht an unangenehmen Stellen frieren - und sich einsauen wollte.

»Ich weiß nicht, ob es das gleiche Auto war… es war auf jeden Fall wieder ein weißer Van Typ 0815. Vier Typen und ein Fahrer. Sie hatten zumindest ähnliche Akzente, aber ich hab nicht alle gut gesehen und … ich weiß auch nicht wie gut meine Erinnerungen sind.«, Tabs atmete ganz tief durch und konzentrierte sich dann einen Moment lang aufs Atmen, »Es war kein guter Abend für mich, um mir Dinge zu merken…«, selbst nur darüber zu reden machte sie ganz glücklich, dass das Licht an, die Tür sicher verschlossen und ihr Telefon bei ihr war, »Es war insgesamt kein guter Abend.«, erklärte sie dann leiser, »Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie mich nicht nur auf einen Kaffee einladen wollten… und wenn ich allein gewesen wäre…«, ihre Hand mit dem Löffel begann zu zittern und sie musste für einen Moment die Augen schließen, »Ich nehme an, jemand möchte mich wegen irgendetwas einschüchtern… oder befragen… aber die Möglichkeiten sind nicht gerade klein…«

»Ich weiß nicht, ob June etwas damit zu tun hat… es klingt… nicht besonders logisch. Außer ihr Stepdouche war irgendwo mit dem Mob verwickelt…«, nicht, dass sie sein sonstiges Saubermann Image glaubte, »Abgesehen davon bekomme ich die Drohungen länger, als ich June als Mandantin habe.«, gab sie dann zu. Etwas, was sie bis jetzt außer Jason und Willow3 niemanden gesagt hatte, »Und es fühlt sich persönlicher an, als Alchemisten, die wen zum sezieren suchen…«, sie schauderte trotzdem.

»Und ja, natürlich hängt die Polizei das raushängen. Ich bin nicht unbedingt beliebt darin, immerhin ist es mein Job, Fehler in ihrer Arbeit zu finden und Leute zu verteidigen, von denen sie sich sicher sind, dass sie schuldig sind. Sie sagen es nicht direkt, aber ihre erste Frage war, ob irgendein ex-Mandant Rache nehmen könnte… oder ein Feind eines Mandanten versucht, diesen zu schwächen… und ich kann das noch nicht einmal von der Hand weisen… es ist nur die Art und Weise, die mich aufregt…«, grollte sie leise. Wütend war besser als heulend zusammengerollt in der Ecke kauernd. Sie hatte heulend zusammengerollt in der Ecke kauernd gehabt, es half nicht wirklich.

»Am Ende sind wir nicht weiter als im Januar. Es fühlt sich persönlich an, wenn ich ehrlich bin. Oder jemand ist verdammt gut, es so klingen zu lassen…«, wie genau sollte sie sich vorstellen, was irre Wissenschaftler tun würden? Wie viel Rationalität konnte man da schon erwarten? Wenn sie nur jemand von ihnen allen hätten haben wollen, macht der Fokus auf sie selbst keinen Sinn - auf der anderen Seite, vielleicht hatte sie einfach nicht alles mitbekommen - oder im Vergleich zu Jason - oder Connor bot sie einfach das leichtere Ziel? Am Ende… sie hatte keinen Plan.

»Trotzdem. Die Menge… ich war kurz davor, die Einbrecher zu verletzen. Oder schlimmeres. Ich meine ich bin nicht zimperlich, wenn ich mich verteidigen muss - aber es macht für mich einen Unterschied, ob ich keine andere Wahl habe, oder ob ich Leuten nachsetze, die fliehen…«, mehr Cookie Dough.

»Ich hoffe auch - aber es fühlt sich wie ein Kampf gegen Goliath an. Internationale Unternehmen mit Anwälten, die in der Stunde so viel bekommen, wie ich im ganzen Monat. Der Stadtrat steckt gefühlt zum großteil in ihrer Tasche oder erhofft sich irgendetwas anderes … und selbst die Öffentlichkeit schreit eher nach Arbeitsplätzen, als nach Naturschutz… hell, ich kann nicht mal unterscheiden, ob einige der Drohmails nicht aus dieser Richtung kommen… oder vielleicht die ganze Aktion… ich bin definitiv unbequem genug…«, aber auch das war wieder nur eine Theorie, »Was die Gala betrifft, vielleicht hat Gwyn mit Presseausweis eine Chance. Soweit ich weiß ist sie offiziell immer noch auf dem lokalen Beat, oder?«

Aber ja, immerhin hatte sie eine Sache, auf die sie nach vorne schauen konnte. TJ4. Schon der Gedanke gab ihr ein warmes Gefühl, an dem sie sich gerade festhalten konnte - und dass sie bitter nötig hatte. Selbt wenn die andere ihr Interesse nicht erwidern sollte… ihre Freundschaft hatte sie, solange sie sie wollte. Tabs atmete aus. Ihre Hände zitterten weniger, »Nun, vielleicht lernst du sie bald kennen… wenn die Sterne richtig stehen, wollte ich sie mit zum Aufräumen am Strand bringen, am Wochenende… in der Hoffnung, dass es bis dahin keine weiteren Katastrophen gibt…«, ergänzte sie dann, »Aber kein Wort, bitte, ja? Und auch keine Fragen ich… ich hab mich noch nicht wirklich getraut, was zu sagen … und ich möchte das in meinem Tempo machen…«



1) Gwyneth Walker
2) Jason McAllister
3) Willow Hannigan
4) Theia Athanasiou
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