Willkommen im Mitternachtsblau, einem Urban/Dark Fantasy RPG. Unser Setting befindet sich in Edinburgh, Schottland und wir spielen im Jahr 2020. Wir navigieren unsere Charaktere zwischen Geheimlogen, Elementaren, Vampiren und einen Untergrundkrieg in ihre Abenteuer - ob sie wollen oder nicht!

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27
JUN

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Wäre sie ein Tinder Profil, würde er jetzt nach rechts swipen.
Sein innerliches Seufzen drang zum Glück nicht nach draußen. Ein Teil von ihm wollte es trotzdem loswerden. "Der Mann war dein Vater, Lass." Nichts Ungewöhnliches an dieser Haltung. Ganz und gar nicht. Vielleicht hatte sich Alistair Campell lediglich etwas zu viel mit dem historischen Jack the Ripper befasst… ganz so wie Solomon mit realen Fällen.
„Lad’ mich mal auf ein Glas B-positiv ein und ich erzähl’ Dir meine Lebensgeschichte, ja?“ witzelte Joaquin schließlich.
„Ich hoffe,… das sind irgendwelche abgefuckten Disney-Bösewichte, die ihre Pläne vorher lang und breit erklären oder besser noch ein Lied mit mehreren Strophen darüber singen. Das würde uns zumindest Zeit verschaffen.“
Oh, und wie er sich Rafael schnappen würde. Er würde ihn packen und mit ihm durch das nächste Fenster springen, wenn es sein musste. Vielleicht stand unten sogar rein zufällig irgendein Fotograf, der Bilder dieses heroischen Augenblicks aufnahm. Auch, wenn Joaquin besagten Fotograf dann wahrscheinlich töten müsste.
Sie wusste, dass er nicht wollte, dass man sich zu sehr um ihn kümmerte – das war für ihn wahrscheinlich das Grauen in Reinform. Aber sie konnte es auch nicht lassen, sich um ihn zu sorgen. Um seine spitzen Kommentare, die manchmal mehr Preis gaben, als er vermutlich beabsichtigte. Um den leisen Druck in seinen Schultern, den nur jemand sah, der hinschaute, wenn er gerade nicht auf der Bühne seiner zynischen Show stand.
Stattdessen hörte sie ihm aufmerksam zu – so wie man jemandem zuhört, der einem wichtig ist, selbst wenn seine Wortwahl irgendwo zwischen liebevoller Beleidigung und resignierter Zuneigung pendelte. In Tristains Welt war das, was er da gerade ablieferte, vermutlich eine Art von Fürsorge, und sie wusste das. Vielleicht war das einer der Gründe, warum sie ihn nie wirklich in Frage stellte, nicht einmal dann, wenn er sie gedanklich schon zu Grabe getragen hatte.
Tilly hatte während Tristains Tirade keinerlei Anstalten gemacht, ihn zu unterbrechen. Ihre dunklen Augen ruhten auf ihm mit einer Mischung aus liebevoller Geduld und unterschwelliger Amüsiertheit – einer Mischung, die nur dann zutage trat, wenn sie jemanden sehr mochte, sich gleichzeitig aber innerlich fragte, wie man sich nur so aufspielen konnte und dabei trotzdem so verdammt liebenswert war.
Vertrauen hatte seine Grenzen – zumindest bei Dmitry. Zu viele hatten es eingefordert wie ein Recht, nur um es anschließend zu verraten wie ein lästiges Versprechen. Er hatte versucht, es zu geben. Mehr als einmal. Aber jedes Mal, wenn er die Tür einen Spalt breit geöffnet hatte, war jemand hindurchgetreten – mit schmutzigen Stiefeln und einem Dolch im Gewand.
„Medizin und Biologie scheinen dich ja auch zu interessieren, oder?“ Ein sanftes Lächeln umspielte ihre Lippen, aber ihre Augen blieben aufmerksam. Eigentlich nicht verwunderlich, immerhin war er ein Nekromant wie sie und wenn sie richtig informiert war, auch ein Arzt. Es war also nur logisch, dass er sich für solche Dinge interessierte. Warum stellte sie nur so eine dumme Frage?
(...) es war jedes Mal ein stilles Wunder, wenn Vampire das ihnen innewohnende Potential entfalteten. Oder, um es mit einem Augenzwinkern zu sagen: wenn sie sich von seinem Wahnsinn anstecken ließen.
„Ich liebe gute Geschichten fast so sehr wie Diabetiker-Blut. Willst Du mir deine perfekte Ausrede eben erzählen, damit ich überprüfen kann, ob sie hieb- und stichfest ist?“
„Ich rede natürlich von meiner zweiten Persönlichkeit. Die steht auf Blutbäder, genau wie ich. Und mein kleiner, queerer Schatten hier wollte unbedingt mitkommen..."
Als sie ankamen, sprang Joaquin aus dem Wagen, umrundete ihn und öffnete ihm die Tür, als wäre Dmitry eine viktorianische Lady mit Bandscheibenvorfall.
Galina hatte ihr Spielzeug liegen gelassen, also war es jetzt seins. So einfach funktionierte Besitz in Dmitrys Welt. Na schön – vielleicht regte sich da irgendwo tief in seinem verkorksten Inneren auch ein Anflug von Verantwortung.
Scheiße, warum mussten Menschen auch solche sentimentalen Idioten sein?!
„Ich habe einen Vampir kennengelernt“, also ihn angegriffen, aber hey, wen interessieren schon Details?
„Hast du mir nun alles um die Ohren gehauen, was dir auf der Seele brennt?“ fragte er mit einer Mischung aus trockener Neugier.
Als sie schließlich ankamen und Damyan Dima und den anderen traf, musterte sie Joaquin mit einem müden Lächeln. „Ach, süß. Ihr habt einen Praktikanten mitgebracht.“
Typisch Dori. Selbst wenn die Welt unterging, bewegte sie sich wie durch Honig.
„Keller?“ Ob das eine Floskel war oder ernst gemeint, konnte er im Moment nicht ganz durchschauen. „Ich schätze, es gibt immer noch eine Menge, die ich über die guten alten Vampirgepflogenheiten lernen muss.“
„Verzeihen ist so eine Sache,“ begann er, „es klingt immer so aufgeräumt. Als wäre da etwas abgeschlossen. Dabei ist es oft nur der Moment, in dem man aufhört, dagegen anzurennen, dass es geschehen ist.“
„Verzeihen ist so eine Sache,“ begann er, „es klingt immer so aufgeräumt. Als wäre da etwas abgeschlossen. Dabei ist es oft nur der Moment, in dem man aufhört, dagegen anzurennen, dass es geschehen ist.“
„Was denkst du denn, wovon sie sich ernährt? Vampire essen keinen Brokkoli, Lydia.“
die schlimmsten Fossile waren mittlerweile immerhin zum großteil zu ende fossilisiert und im Ruhestand