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Alle Inplayzitate
„Es wär‘ gut gewesen, wenn’s dich magnetisch gemacht hätte“, erwiderte er und spielte damit auf das Ammoniumeisen-citrat in dem Getränk an. „Einfach an einer Laterne anheften und am nächsten Tag wieder abholen….“
Es war exakt das, was Cassius schon die ganze Zeit vorgeschlagen hatte – nur eben ohne Fangzähne und die charmante Soziopathie eines (vermutlich) Jahrhunderte alten Blutsäufers.
Dmitry war stinksauer. Nicht dieses stille, kultivierte »Ich bin enttäuscht«-Sauer – sondern dieses »Ich-verbrenne-gleich-alles-und-jeden«Sauer.
„ICH WILL MEINEN MENSCHEN SEHEN, SOFORT!“ Er setzte sich in Bewegung – stapfte durch das Innere des Gebäudes, tiefer, weiter, der Boden klebrig unter seinen Sohlen.
Es am Leben zu erhalten, braucht schon Arbeit, aber hey, niemand kann behaupten ich wäre herzlos.
Nicht schon wieder.
Er musste etwas finden. Irgendetwas. Ein Werkzeug, eine Waffe, einen verdammten Wunderstab. Mit zitternden Fingern riss er das Handschuhfach auf. Und erstarrte. Ein neonpinker Tanga grinste ihn an. Zart, spitzenbesetzt, unübersehbar. Eine Trophäe von Dimas letzter Eroberung? Ein Notfallaccessoire? Rafael blinzelte, sprachlos. „Na, herzlichen Glückwunsch, Dima“, murmelte er trocken.
Die zierliche junge Frau zuckte zusammen und murmelte etwas Unwirsches, kaum verständliches, als ihre Initiale Bestandsaufnahme von dem viel zu Lauten Ruf einer Möwe unterbrochen wurde - was sehr wenig Sinn ergab, da sie typischerweise kein Möwen in ihrem Appartement duldete.
Aber niemand wollte mit ihm am Morgen reden, bevor er nicht Kaffee und was zu beißen hatte. Ansonsten konnte man sehr schnell das Opfer fürs Beißen werden.
„Ich hasse dein Auftreten, und vor allem aber deine Wortwahl. Klingst wie’n verzogenes Kind eines Royals, das damit aufgewachsen ist, immer Recht zu haben“, platzte es aus ihm heraus und kurz wirkte Phil selbst überrascht, das so frei heraus gesagt zu haben. Etwas leiser fügte er hinzu: „Das ist die konstruktivste Kritik, zu der ich fähig bin…“
Sich Schwäche anmerken zu lassen, war für ihn eine Gefahr. Ein Riss in der Oberfläche, den andere nutzen konnten – oder schlimmer: ein Spiegel, der ihm zeigte, wie wenig Einfluss er auf das hatte, was in seinem Inneren gährte.
„Möglicherweise wirkt es auch nur so, dass er dir nichts zutraut, denn letzten Endes ist er eben doch nur eine Art Vater – auch wenn er es manchmal schafft, wie ein geheimnisvoller, sturer Zauberer zu wirken, der seine Sorgen hinter einer Mauer aus Misstrauen versteckt. "
Es war keine aufgesetzte Geduld, kein beruflich antrainiertes Nicken; er ließ andere wirklich sprechen. Nahm ihre Sätze auf wie jemand, der nicht nur das Gesagte, sondern auch das Ungesagte verstand.
„Hast du mit Dima schon darüber geredet?" Okay - mit Dima zu reden war nicht immer einfach. „Ich weiß, tiefgründig mit Dima reden ist nicht immer eine einfache Sache – fast so, als müsste man gleichzeitig Schach spielen, einen Drachen zähmen und dabei versuchen, ihm noch eine Tasse Tee anzubieten." Er schüttelte sacht den Kopf und musste etwas lachen.
Es hatte seine Gründe, dass die Autorin niemals ihre Eltern oder ihren Bruder zu ihren Events einlud. Große Teile ihrer Familie vertrugen sich nicht mit expliziten Sexszenen, die von ihrem eigenen Leben inspiriert waren. Man musste Herzinfarkte und Enterbungen nicht unnötig provozieren.
Ihre Genres, die im Gewürzregal besser aufgehoben waren als im Bücherregal, versprachen Risiken und Nebenwirkungen, die für viele in der sicheren Einsamkeit der eigenen vier Wände genießbarer waren als in der Öffentlichkeit.
„Eine glorreiche Erfindung – wenn man gleichzeitig seinen Cholesterinspiegel herausfordern möchte.“ Amüsement schwang in seiner Stimme mit. Es war nicht so, dass er sich zu schade für Genussmomente hielt – aber ein Marsriegel, der in Teig gehüllt, frittiert und wohlmöglich noch mit Puderzucker bestäubt wurde, fühlte sich für ihn weniger wie ein Snack, mehr wie ein Angriff auf den Magen an.
Dima war keine zwei Meter an ihr vorbeigezogen, als er seinem ganz eigenen Hang zur Grenzüberschreitung wieder einmal freien Lauf ließ und ihr auf den Hintern klatschte, als wäre sie ein verdammter Glücksbringer. (...) „Wie charmant. Der Gentleman der alten Schule gibt sich wieder die Ehre.“
„Oh, Dmitry, dein Charme ist ja mal wieder wirklich unverkennbar.“, säuselte sie. Dmitry bleckte leicht die Zähne – eine Mischung aus Grinsen und Bedrohung. Der schmale Grat zwischen Spaß und Drohung. „Made in Russia mit Beißgarantie. Aber keine Angst – ich bin auch beißend charmant“, sagte er zwinkernd.
Dass er eines Tages mit Rafael eine belanglose Unterhaltung führte und dabei keine Mordphantasien hegte, hätte Dmitry bis vor Kurzem wohl kaum für möglich gehalten. Er würde es sowieso als dreiste Unterstellung abtun, wenn jemand auch nur im Entferntesten auf diese Situation aufmerksam machen würde.
Aber der Wunsch, Rafael das Fleisch von den Knochen zu kochen und seine Extremitäten als Souvenir zu behalten, war im Augenblick verschwindend gering. Wurde er etwa auf seine alten Jahre noch sentimental?
»Aber vielleicht arbeiten wir noch an Spitznamen?«, fragte dann, hob den Kopf leicht und lächelte Hoffnungsvoll, »Nicht, dass noch die Zombies auf mich aufmerksam werden.«
Ob in ein paar Jahren oder Jahrzehnten ein Nobelpreis auf sie wartete? Das wäre schon ein Blick in die Glaskugel wert. Scheinbar hatten Morgan und sie da dasselbe Ziel, nur auf anderen Gebieten.
Notiz an selbst, unaufällig nach Präsenz von Methlab und anderen Explosionsrisiken fragen. Vielleicht. Vielleicht nicht in den Worten, konnte…. errr… missverständlich ausgelegt werden. Japp. Das würde eindeutig super werden.
Was Downey anging, so durfte dieser sich auch ruhig woanders hin trollen, denn Kirian empfand ihn eher als nervigen Stümper. Genau die Sorte von Mensch, deren Blut Kirian wahnsinnig gerne vergießen würde. Aber man wollte ja nicht auffallen, also hielt er sich brav zurück. Könnte ansonsten Fragen aufwerfen, wenn er Downeys Eingeweide auf dem Boden verteilen und sich an seinem Blut gütlich tun würde. Nope, keine Option. Aber man würde ja wohl noch träumen dürfen …
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