|
Alle Inplayzitate
Hach, er konnte es kaum erwarten, Nikolaos irgendwann wiederzusehen und sein pathetisches, kleines Leben zu zerstören.
Es war ein intensiver, stechender Blick, der die Luft zwischen ihnen fast erdrückte. Wahrscheinlich eine schlechte Angewohnheit, Leute anzustarren, als würde er überlegen, ob er sie auf einen Kaffee einlud oder ihnen besser doch zum Spaß einen Arm abriss.
Eine Mischung aus Stumpfsinnigkeit und sozioemotionalem Analphabetismus war ihm schon immer eigen gewesen.
„Na ich weiß nicht. Ich glaube, ich bin gut darin, alle Katastrophen mitzunehmen. Meinem Chef bin ich auch schon fast an die Kehle gesprungen.“ Hach ja. Alles nicht so einfach.
„Okay…“ Perplex nahm er die Zigarette entgegen. Seine Finger waren noch blutverschmiert, die Wutmännchen in seinem Kopf tobten weiter. Doch leise drängte sich die Frage auf, ob das hier eine Art Friedensangebot sein sollte. Misstrauisch verengte er die eisblauen Augen. „Die war aber nicht in deinem Arsch…?“ Bei Tristain konnte man nie wissen.
Und dass ausgerechnet Tristain sich auf die Seite der Cousins oder Halbgeschwister gestellt hatte – ein Punkt, über den Dmitry sich nicht ganz sicher war – machte ihn… machte ihn… ihm fehlten die Worte. Aber das schmerzende Stechen in seiner Brust sprach lauter als alles, was er hätte sagen können. ...traurig.
Und Sterbliche waren im Gegensatz zu Welpen selten niedlich. Manchmal waren sie wenigstens Essbar.
Einen NH in Samanthas Alter hätte er zumindest nur mit Bauchschmerzen erschossen, aber am Ende des Tages hätte er es wohl getan, aus der Überzeugung heraus, dass es für den Schutz der Menschen am besten so war.
Aber wäre es das in diesem Fall? Würde Samantha jemandem wehtun? Würde sie Lydia wehtun?
Ganz automatisch scannte Lysander das Krankenzimmer ab, und schalt sich im nächsten Moment einen Dummkopf deswegen. Helllichter Tag. War nicht so, als könnte sich hier mal eben ein NH hinter einem der Vorhänge verstecken.
„Bambi … wenn du noch einmal so einen Auftritt hinlegst, mache ich aus dir einen dekorativen Wandteppich.“ Seine Zähne blitzten in einem kurzen, wölfischen Grinsen auf, der russische Akzent schwang in seinen Worten mit. Dann ließ er seinen prüfenden Blick langsam über Tristain wandern, von Kopf bis Fuß.
Es war nicht das erste Mal, dass Bambi es vorzog, unauffindbar zu sein, wenn es darauf ankam. Irgendwo da draußen stromerte er vermutlich herum, mit seinem jugendlichen Leichtsinn und der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs.
Solange sie in der Nähe war, würde Dima ihrer Bitte nachkommen und niemandem, wortwörtlich, den Kopf abreißen - da war sie sich zu 90% sicher.
An dir selbst gibt’s nichts auszubauen, außer an deinem Charakter, natürlich.
Vielleicht sollte sie mal eine Umfrage starten? Interessant zu wissen wäre es schon für sie. Andererseits hatte sie so eine leise Ahnung, dass niemand ihre Umfrage ausfüllen würde und wenn doch, der Wahrheitsgehalt in etwa so hoch war wie der Alkoholgehalt in einer Tüte Weingummis – nämlich verschwindend gering.
"Ich bin mir sicher, dass das ein tragischer Verlust wäre“, entgegnete er mit gespieltem Bedauern und deutete mit einem beiläufigen Kopfnicken auf die Blutkonserve in Tristains Hand. "Außerdem müsstest du dir einen neuen Frühstückspartner suchen. Und seien wir ehrlich – wer außer mir erträgt dich so früh am Morgen, ohne zu murren?“
Tristain, der es irgendwie geschafft hatte, die Kunst des „Ich-bin-da, aber nicht wirklich hier“-Seins auf ein völlig neues Niveau zu heben. Seine Anwesenheit war wie der Moment, bevor jemand versehentlich ein Glas mit Limonade über den Tisch schüttet – ein Moment, in dem alle Anzeichen von Freude, Spaß oder Leben sich verzogen und stattdessen eine dünne, unsichtbare Wand des „Lass mich einfach in Ruhe“-Gefühls hochzog.
Als Tristain die Jagd noch einmal zur Sprache brachte, veränderte sich Dmitrys Grinsen. Es wurde breiter, dunkler, ein Hauch von Bedrohung lag darin wie ein knurrender Wolf, der die Zähne bleckte. „Rache schmeckt am besten, wenn das Echo des Schreis noch in der Luft liegt.“ Und niemand verstand sich besser auf Rache als Dmitry fucking Morozov.
„Ich hatte gar nicht vor, dich gehen zu lassen. Also ja, du darfst natürlich hierbleiben.“ Seine eisblauen Augen funkelten, das Grinsen kehrte zurück, spitz und lauernd. „Und wenn du dich gut anstellst, erlaube ich dir in einem Jahrhundert vielleicht sogar die ein oder andere Übernachtungsparty.“
Seine eisblauen Augen verengten sich leicht, ein spöttisches Glimmen darin. „Daddy hat dich lieb, wolltest du das hören?“ Seine Stimme war neckisch, fast singend, doch hinter dem Spott lauerte eine unausgesprochene Wahrheit.
Dmitry grinste schelmisch. Joaquin erinnerte ihn unweigerlich an Tillys kleinen Bruder Aiden, einen aufgeweckten Knirps von gerade mal zehn Jahren. Diese hibbelige Energie, dieses fast kindliche Staunen – als könne er sein Glück kaum fassen. Kein Wunder. Die Aussicht, von ihm – Dmitry – die Kunst des Vampirseins zu erlernen, war für einen Jungspund wie ihn wohl ein einmaliger Glücksfall.
Kaffee war für Rafael kein Luxus. Kein Genussmittel. Nein – Kaffee war pure, unverhandelbare Existenzgrundlage. Manche Menschen wachten auf und funktionierten einfach. Rafael hingegen brauchte erst den heiligen Kelch – dampfend, schwarz, mit diesem unverwechselbaren bitteren Duft, der seine Synapsen liebevoll in den Tag prügelte.
Tristain klang wie ein trotziges Kind im Sandkasten, das schmollte, weil es die blaue Schaufel statt der roten bekommen hatte.
Dabei war die Erklärung recht simpel: Solomon Marlowe war ein wirklich schlechter Rentner.
So langsam grummelte es in ihrem Magen, aber sie war eindeutig zu trinkfest, um auf Tristans Labortisch zu kotzen. Noch.
„Ich bin Russe.“ Das zeigte sich vor allem an seinem unverkennbaren Charme. Niemand stieß anderen Leuten mit einer so hohen Trefferquote vor den Kopf wie Dmitry.
|